Solcher und solcher Wahnsinn

„Die ideale Subjektivität trägt als lebendiges Subjekt die Bestimmung in sich, zu handeln, sich überhaupt zu bewegen und zu betätigen, insofern sie, was in ihr ist, auszuführen und zu vollbringen hat. Dazu bedarf sie einer umgebenden Welt als allgemeinen Bodens für ihre Realisationen.“ (G.W.F. Hegel)

Warum gelten die Vernünftigen und Empfindenden gemeinhin als wahnsinnig? Weil die, die sich ihrer Verstandes- und Gefühlsfähigkeiten dauerhaft entledigt haben, die Vernunft und die wirklich Emotion nicht begreifen können. So fährt man in unvernünftigen Zeiten (das sind die, in denen es vornehmlich um G-W-G‘ geht) anscheinend ganz gut, jedenfalls ist dieser so selbstgewählte wie -verschuldete Irrsinn zu häufig anzutreffen, um rein zufallsbedingt zu sein. Sobald eine Zeitenwende eintritt, die dem Irrsinn schmeichelnden Bedingungen also gewandelt werden in menschenfreundlichere, haben die Kommunisten das Pack erstmal weiterhin am Hals. Dann wird man denen, die man nicht ohnehin abknallt, ein paar Fleischbrocken hinwerfen müssen, um ihr geistloses Verhalten in dem Sozialismus zuträgliche Bahnen zu lenken und vor allem dort zu halten. Sie sind einfach derart in der Überzahl, daß man sich ihrer nicht sofort wird entledigen können. Daher wird man sie sich zu Nutze machen. Mit dem Verschwinden der genannten Bedingungen, die das massenhafte Auftreten der Zombies überhaupt erst ermöglichten, wird ihre Zahl abnehmen, stattdessen wird die Erde zur Abwechslung mal wieder von Menschen bevölkert werden. Wir sprechen hier von keiner Sache, die sich kurzerhand umsetzen ließe. Rom wurde nicht an einem Tag er-, und der Sozialismus nicht einmal innerhalb einer Woche aufgebaut. Der Begriff Zombie ist übrigens keiner, der sich auf jeden anwenden ließe, dem man auf der Straße begegnen kann, ohne dabei einen Kommunisten zu treffen, der einer ist, nicht bloß in seinem Selbstunverständnis. Lebendige Menschen gibt es viele, wenn auch zu wenige, um von lebendiger Gesellschaft reden zu können. Sie erfreuen sich an planvoller Gartenkultur, erkennen Arbeit nicht nur als von Not oder volksgemeinschaftlicher Raserei geschaffenem Zwang, sondern als schöpferische Tätigkeit, mit der sich manches zum Besseren ändern läßt. Sie kochen gerne und gut und pflegen Beziehungen zu anderen Lebendigen, die eben nicht auf Tausch oder Raub basieren. Für den Sozialismus sind sie leicht zu gewinnen, weil sie denken und fühlen, daher nicht alles als kritikabel einebnen, sondern Vorteilhaftes von Nachteiligem unterscheiden können. Auch des Leidens sind sie fähig, das zeichnet sie nicht zuletzt aus als Wesen und unterscheidet sie maßgeblich von realitätsfeindlichen Kreaturen. Die Kreaturen wiederum treten in die SPD ein und dann wieder aus, um etwa Theorie mit Praxis zu verwechseln und mit ihrer inneren Ödnis und Trostlosigkeit zu belästigen. Krank können solche nicht werden, da ist ja nichts, das erkranken kann. Denen gegenüber, die das können, wollen sie neidisch die Rolle eines Arztes einnehmen, nichts macht sie wütender als den Anblick gelebten Lebens ertragen zu müssen. Was wird der Sozialismus sie ärgern!

Venus von Milo

Venus und Stalin

Sie, ihre Füße badend, trägt kein Kleid,
Das zu durchnässen sie vermeiden müßte.
Sie zeigt dem All in Sommerheiterkeit
Den Hintern und die weltberühmten Brüste.

Er, nebst noch einer Schreibkraft, prüft, erwägt,
Am Saum des Quellbachs hingestreckt, Berichte.
Damit sie Zephir nicht von dannen trägt,
Benutzt er Kieselsteine als Gewichte.

Gelegentlich läßt er das Auge ruhn,
Das väterliche, auf den prallen Lenden
Der Göttin, die versunken in ihr Tun,
Ein Bein gewinkelt hebt mit beiden Händen.

Ein milder Glanz geht, eine stille Pracht
Unwiderstehlich aus von diesem Paar.
Die Liebe und die Sowjetmacht
Sind nur mitsammen darstellbar.

(Peter Hacks)

Stalin


2 Antworten auf „Solcher und solcher Wahnsinn“


  1. 1 Entdinglichung 01. August 2010 um 12:12 Uhr

    Obst gefällig?

  2. 2 Stanislaw Hirschfeld 01. August 2010 um 13:15 Uhr

    Danke, ich bleibe bei Sharonis aus Israel und rapoportschen Pomelos.

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