Archiv für September 2010

#1

Zu Besuch bei Leipziger Vögeln

Sowas kommt von sowas

Die gewählten Formulierungen können so einfach und frei von allen mots d‘emprunt oder Termini sein, wie es überhaupt nur möglich ist, Verständnis darf nicht erwartet werden. Hat man zehn Leser beisammen, die nicht nur lesen, sondern auch begreifen können, so ist bereits überraschend viel erreicht. Für diese zehn darf man sich dann auch Mühe geben. Für den Rest, die deutschen Massen, die immer mitreden wollen, erst recht, wenn sie nicht wissen, worum es geht, ist der Autor nicht verantwortlich, ihr sowohl geistiges als auch materielles Elend ist von ihnen selbst gewollt. Gibt man denen von ihnen, die Die Linke wählen, eine Ausgabe von Mein Kampf zu lesen und sagt ihnen, das sei das neue Programm ihrer Partei, so werden sie allerhöchstens Einzelheiten debattieren wollen. Wissen sie aber, wer das Buch geschrieben hat, so werden sie furchtbar empört sein, weil sie von Nationalsozialismus offiziell so wenig wie von „Fremdarbeitern“ (Lafontaine) halten. Jubelt man den Wählern der NPD wiederum das Programm der Linkspartei als verlorene Schrift Adolf Hitlers unter, so werden sie hoch erfreut reagieren. Gemeinsam halten sie Lenin und Stalin für Verbrecher.
Wenn nun die Regierung dieser Leute ankündigt, die Hartz IV-Sätze nur um popelige fünf Euro zu erhöhen, nachdem davor ausschließlich höhere Beträge im Gespräch waren, demonstrieren sie mit um Mitleid heischenden Parolen wie etwa „Wir kämpfen um unsre Zukunft“, die auf Papierrollen stehen, die – wie putzig! – von Grundschülern getragen werden, und fragen sich, was falsch gelaufen ist. Nichts ist falsch gelaufen, so gar nichts. Wer unbedingt Ausbeutung will, soll seine Fresse halten, wenn er sie auch kriegt. Wer sich ohnehin nicht von der Diktatur des Kapitals befreien will, der soll nicht dumm jammern, wenn er sie auch zu spüren kriegt. Sollen sie doch obdachlos werden und im Park erfrieren, sollen sie sich doch bis dahin mit drei Jobs und schweren Gesundheitsschäden plagen, sollen sie doch am Ende im nächsten Weltkrieg an der Front im Kugelhagel fallen. Das ist dann genau das, was sie sich ausgesucht haben. Es wurde ihnen oft genug gesagt: Sozialismus oder Barbarei. Sie entschieden sich für die Barbarei, sie bekamen die Barbarei. Jetzt gibt es keine Ausreden der Art mehr, man habe von nichts gewußt, man habe das ja nicht absehen können. Diese Ausflüchte waren immer schon gelogen. Ratten verlassen sinkende Schiffe, Deutsche bleiben treu auch im Untergang. Wenn sie wenigstens das Maul halten könnten während sie absaufen, wäre denen, die nicht auf der Seite des barbarischen Kapitalismus stehen, immerhin ein wenig geholfen.

bismarck

Zombie XII

„Wir sind hier in der glücklichen Lage, daß der Hut nicht brennt, und keine Revolution vor der Tür steht. Man kann also streßfrei diskutieren.“

(Nestor, Antikommunist, Trotzkist, Commünist, Anarchist)

Sehnsucht nach WBM

Gut, nur weil ein Idiot A sagt, muß man nicht B sagen, aber Komasaufen hätte den Jugendlichen sicher besser getan, als sich ihre Zukunft mit diesem erbärmlichen Video zu verbauen. Die können doch nicht mehr vor die Tür gehen, ohne ausgelacht zu werden. Wieso schützt eigentlich niemand die armen Kindern vor unterirdisch rappenden Sozialarbeitern? Weil der Verband der privaten Krankenversicherungen lieber Geld sparen will und dabei, Hand in Hand mit Klaus Wowereit und Mechthild Dyckmans, zynische, sich am Elend labende Aasgeier, die die Schirmherrschaft für dieses Ekelprojekt übernommen haben und wahrscheinlich dafür gut bezahlt werden, daß sie ihre Visagen präsentieren, vor keinem Mißbrauch zurückschreckt.

Die ganze Wahrheit über Stanislaw Hirschfeld

Eine weitere Folge der beliebten Serie „Deutsche Linke vorgeführt“

Heute: Wer ist überhaupt dieser Hirschfeld und was will er?

„Ich wollte mal fragen, ob irgendwer von euche ntweder die Typen kennt oder irgendwie mir sagen kann, was die wollen und soo. Ich kann die m ega schwer einschätzen…Könnten die Ultraiironiker, gebildete Linke, Extremkonservative oder reine, übermäßig (scheinbar nutzlos) gebidlete Kritikersein.. Hat jemand eine Antwort darauf?^^“ (User autonomerjediritter, interessierter Ahnungsloser, hat schon 19 Nachrichten versendet, findet Krieg und Rechtschreibung blöd)

„Ich könnte bei diesem Admin so einige Parralellen zur Querfront sehen, aber ein Nazi ist er dann doch nicht. Er sollte lieber bei Alles Schall und Rauch schreiben.“ (User Mac Gyver, Judenhasser, Verschwörungsvolldepp, Demokrat, hat ’nen Schrottcomputer)

„der typ ist mir unsympathisch“ (User Johnny Sniper, Bauchmensch, findet Nietzsche und Anarchie dufte, hat sogar schon 60 Nachrichten versendet, Antisemit im Stadium der Selbstverleugnung)

„Der blog ist… komisch Oo xD
Ernst nehmen kann mensch ihn jedoch nicht xD“
(User Back_to_black, trotzkistischer Assipunk, verkiffter Basisdemokrat, lollige Frohnatur xD)

Da verspielte Antifa-Sprösslinge mit einer ausgeprägten Abneigung gegen Israel, die, ach iwoh, mit Antisemitismus rein gar nichts zu tun hat, die etwa 60 hier lesbaren Einträge nicht einordnen können, aber gerne wollen, helfe ich mit einfachen Mitteln nach, die ihrem Bildungsstand hoffentlich angemessener sind als Worte, Sätze oder womöglich auch noch Texte, denn wer so schön fragt und rätselt, sollte eine angemessene Antwort erhalten. Hier ist sie, schön bunt und unmißverständlich und lesen muß keiner!

s&s

Falls das Bild nun auch schon wieder zu schwierig sein sollte: Stanislaw Hirschfeld steht ein für Liebe & Sowjetmacht. Alles klar?

Zombie XI: Als der Klassenfeind im Palast der Republik tagte

„Allein durch den Beitritt löst sich in bestimmten Wirtschafts- und Sozialfragen zunächst einmal nichts.“ (Gregor Gysi am 22. August 1990)

„Ich bin sicher, der Beitritt wird nicht Wunder bewirken, aber er sortiert die Kräfte neu, unter denen dann dieselben Themen weiter zu behandeln sind. Im Übrigen sage ich noch einmal: Wir sollten auch nicht die schwarze Illusion erwecken, dass wir unter die Räuber fallen.“ (Antwort von Wolfgang Thierse)

no party

Werte Leserschaft,

der Herbst ist keine angenehme Jahreszeit. Kaum hat man begonnen, sich an sommerliche Temperaturen zu gewöhnen, verfärben sich schon wieder die Blätter, die Füße werden nachts kalt und Schnupfen und andauernde Müdigkeit plagen uns, während sich die letzten Mücken in die halbwegs warmen Räume flüchten, um ein letztes Mal zuzustechen. Damit läßt sich dank Rooibostee und dem neuen Album von Interpol gut leben, mit den Feiertagen allerdings nicht. Um den 11. September herum muß man sich fernhalten von Zeitungen und Fernsehgeräten, wenn man einstürzende Hochhäuser nicht irgendwie geil findet oder an Amnesie leidet und nicht jedes Jahr aufs Neue von Neonazis aller Art („9/11 was a jewish job“, „Der Koran ist das Mein Kampf von heute“) mit ihren jeweiligen Dachschäden behelligt werden will, wobei einem dann das ein oder andere Witzige entgehen würde, zum Beispiel der komische Fundamentalist vom Ku-Klux-Klan aus Florida, dem wohl seine Halloween-Verkleidung geklaut wurde, so daß er nun statt Kreuzen eben lieber Bücher anzünden will, während er vor religiösen Eiferern warnt und lustigerweise nicht sich selber meint. In diesem Zusammenhang las ich die irrwitzige Behauptung von irgendeiner x-beliebigen Internet-Flitzepiepe, das viel zu häufig bemühte Heine-Zitat sei Thomas Mann zuzuschreiben und folgerichtig statt „man“ lieber „mann“ schrieb. Terry Jones hatte da jedenfalls aufmerksamer gelesen:

„Almansor: Wir hörten daß der furchtbare Ximenes,
Inmitten auf dem Markte, zu Granada –
Mir starrt die Zung im Munde – den Koran
In eines Scheiterhaufens Flamme warf!
Hassan: Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher
Verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

Georg Seßlen musste auch was zu 9/11 loswerden, nämlich daß es sich um ein „Ereignis“ handele, das „man“ ganz eindeutig „nicht verstehen“, jedoch immerhin „integrieren kann“. Seßlens „man“ offenbart sein Begehren, alle mögen so bescheuert sein wie er, damit er in seiner schwafelnden Begriffslosigkeit bloß nicht allein bleibe. Lieber Schorsch, keine Sorge, alleine biste nicht.
Kaum ist nun der globale Feiertag des Irrsinns überstanden, steht nun der nationale vor der Tür. Massenverelendung, Angriffskriege und gesamtdeutsche Idiotie, hurra, olé, parteyparteypartey, usw. Die passende musikalische Untermalung könnten die Volksfreunde der Alley Cats liefern, oder gleich die Sportfreunde Stiller, am besten mit Star- bzw. Sterngast Mieze von der Happy-Blitzkrieg-Band Mia. Die Kanzlerin, die immer mehr an einen von einem sadistischen Friseur verunstalteten Bierkutscher erinnert, wird mal wieder was von der segensreichen Reisefreiheit daherlallen, was der restlichen Welt als Drohung vorkommen sollte. Übrigens verpasste Lilo Wanders anlässlich des wahllosen gestern auf Comedy Central gesendeten Einheits-South Park-Folgen-Aneinanderreihens Angela Merkel parodierend dieser den schönen zweiten bzw. siebzehnten Vornamen Gorbatschowa. Wer den Witz verstanden hat, darf sich gerne hier melden und bekommt ein freundlich lächelndes Smiley in die Kaderakte geklebt.

Druschba, Euer Stanislaw

PS: Am 3. Oktober Slime hören, das ist schnarchlangweiliger Punker-Konformismus.

wufdj

Statement

Ich bin für die Abschaltung aller Kernkraftwerke in allen nichtsozialistischen Staaten, damit die Hippies zuhause bleiben.

der grüne mob

Zombie X: Jürgen Klinsmann

„Wir (Deutschen) stehen dafür, dass wir agieren statt reagieren. Wir stehen für Angriff“, befand er, um dann hinzuzufügen: „Unglücklicherweise hat das Land in den letzten hundert Jahren ja zweimal in die falsche Richtung angegriffen.“ Deutschland sei eine „proaktive Nation“. (Flipper via sport1)

flipper greift an

Hyperionistisches von Elsner

„Der Bananismus, der in der DDR ausgebrochen ist, beweist mir, daß die Deutschen bei der Menschwerdung des Affen mitten in der Entwicklung steckengeblieben sind. Ich spreche den Deutschen das Recht ab, herablassend über die Barbaren zu reden. Denn dort, wo jedem Buschmann ein Herz schlägt, befindet sich bei den Deutschen ein Schlagstock. Dort wo die Pfaffen die Seele wähnen, liegt bei den Deutschen ein Ordnungshüter auf der Lauer. Nichts fällt den Deutschen schwerer, als Menschen zu sein. Entweder sind sie Arbeitstiere, oder Gemütsmenschen, die kaum daß sie ihr grauenvoll gemütliches Eigenheim betreten haben, ihren Frauen, das heißt jenen Wesen mit einem behaarten Loch zwischen den Beinen, prahlerisch zurufen: Ich habe heute wieder einmal wie ein Schwein geschuftet. Mal sind die Deutschen Mordskerle. Deshalb wurden auch in den KZ keine Massenmorde verübt. Es wurden vielmehr Leichen produziert, als handle es sich hierbei um Lippenstifte, Lodenmäntel oder Limonade. Ich glaube in den Adern der Deutschen fließt kein Blut, sondern Tomaten-Ketchup. Zuunrecht nannte man Eichmann oder Höß Schreibtischtäter. Sie waren Leichenproduzenten. Auschwitz war eine Leichenproduktionsfiliale. Fürchterlich sind jene Deutsche, die die Deutschen eine Seele von Mensch nennen. Entsetzlich sind die sogenannten Stimmungskanonen. Grauenvoll ist der Mainzer Karneval, wenn die Deutschen auf Befehl einen schreckenserweckenden Frohsinn voller Verbiesterung exerzieren. […] Manchmal frage ich mich, ob ich nach Neuguinea auswandern soll, wo es dem Vernehmen nach noch Kannibalen gibt. Wenn mich diese Kannibalen fressen, werde ich die unsägliche Schmach vergessen, daß man mich eine Deutsche nennt.

Doch muß man zwischen deutschvollen Deutschen, die immer in der Mehrheit waren und wohl immer in der Mehrheit bleiben werden, und deutschlosen Deutschen unterscheiden. Man kann auch von bedeutschten Deutschen und unbedeutschten Deutschen reden. […]

Bitte verhalte Dich wie ein unbedeutschter Deutscher.“ (Gisela Elsner in einem Brief an Ronald M. Schernikau)

Nachtrag: Genossin Elsner hat in allem recht, nur in einem nicht. Die mit dem Ketchup in den Adern, das sind selbstverständlich die Amerikaner. Schneidet man jedoch einen Deutschen auf, tritt Wurstwasser aus.

sausage juice