Archiv für April 2011

Sehnsucht nach dem MfS

„Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie etwas von der Anti-Antifa gehört und halte Nazis für eine schützenswerte Minderheit, die unsere Gesellschaft maßgeblich bereichert.“ (Katharina Iskandar)

Das hat sie natürlich nicht gesagt. Aber nachdem ich ihren Artikel gelesen habe, geht mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf, daß sie vergessen haben könnte, diesen Satz aufzuschreiben. Daher war ich so frei, ihn hiermit nachzureichen.

Einheitsgedenkzombie: Sasha Waltz

„Das Konzept wurde in dem Geist geschaffen, dass jeder Mensch durch kreatives Handeln zum Wohl der Gemeinschaft beitragen und dadurch gestaltend auf die Gesellschaft einwirken kann. Die Besucher – die Bürger, die das gesamte Objekt in Bewegung setzen, werden dadurch selbst zum aktiven Teil des Denkmals. Damit wird auch ein sich ständig wandelnder choreographischer Ausdruck für die friedliche Revolution von 1989 formuliert.“ (milla&partner)

schaukel

1968 – 2011: Eine kurze Geschichte der Zombies

Mit Night of the Living Dead erschienen 1968 die Zombies des späten Imperialismus auf der Leinwand – deutlich unterscheidbar von den Zombies der Kolonialisierten, aber auch den frühen imperialistischen. Sie waren gekommen, um zu bleiben, denn in der Hölle war kein Platz mehr und ist es bis heute nicht. Die Untoten wandeln seither tags wie nachts auf diesem Planeten und machen keine Anstalten, sich wieder zu verziehen. Im Gegenteil, mittlerweile ist der Horrorfilm mit Zombies keine bizarre Randerscheinung mehr für fehlgeleitete Jugendliche, die keinen Fick, aber Akne abgekriegt haben, sondern wird an Universitäten genauso wie auf Schulhöfen besprochen. Sogar eine Fernsehserie, The Walking Dead, startete letztes Jahr in den USA, die Comic-Hefte, auf denen sie basiert, werden weiterhin fortgesetzt. Der spazierende Kadaver gehört also zum Alltag, dieser wäre ohne jenen nicht mehr vorstellbar. Das allerdings ist kein Zufall, keine der vorübergehenden Moden, wie sie in der an Belanglosigkeiten reichen Populärkultur üblich ist.

Als die Zombies ihren unaufhaltsamen Siegeszug antraten, war es dem Fortschritt bereits an den Kragen gegangen. In der Sowjetunion ersetzte Nikita Chruschtschow Josef Stalin und leitete sofort die sogenannte Entstalinisierung ein, was nichts anderes als den Beginn des Endes wirklichen Sozialismus in größerem Maßstab bedeutete. Der Revisionismus griff um sich, so unaufhaltsam wie eine Horde hungriger Leichen. Neue Linke im Westen und Chinas Linksabweichler komplettierten das Bild, bis Gorbatschow den letzten entscheidenden Rückschritt vollzog. Nun war der Kapitalismus so global geworden wie nur irgend möglich – die spärlichen, unwesentlichen Ausnahmen bestätigen die Regel – bei gleichzeitigem Eintreten der Leichenstarre. Hatten die sozialistischen Errungenschaften noch die Staaten des Kapitals manche Härten abzumildern gezwungen, um den Antikommunismus der Untertanen nicht infrage zu stellen, war damit die Zeit der allgemeinen Entsagung angebrochen, bis es zum Skandal werden konnte, wenn sich die Vorsitzende einer linken Partei Gedanken über einen antistalinistischen Kommunismus macht oder ein kriegführender Friedensnobelpreisträger Krankenversicherungen für jedermann durchzusetzen versucht. Auch ein arbeiterfeindlicher Reaktionär wie Bismarck müsste sich heute vor dem vergesellschafteten McCarthyism hüten.

Während also die Manifestation der Vernunft im Schwinden begriffen war und das Kapital seinem Wesen entsprechend alle Grenzen einebnete, wanderte der Zombie aus verruchten Schatten ins grelle Licht der Öffentlichkeit und wandelte sich vom Schockzustand auslösenden Ungeheuer zum liebgewonnenen Begleiter, was nichts anderes heißen kann, als daß die, die ihn anschauen, ihm längst zu gleich geworden sind, um sich von Ihresgleichen noch ins Bockshorn jagen zu lassen. Wenn Zombies in erfolgreichen Serien auftreten, nicht mehr bloß in Filmen für Liebhaber obskurer Unterhaltung, die in eigenen Bereichen der Videotheken versteckt werden, sind sie im Grunde nicht mehr zu unterscheiden von den Figuren in GZSZ oder den eigenen Kollegen, Nachbarn, Verwandten genauso wie den Bossen, Aktionären, Regierenden. Wo keiner mehr lebendig ist, da macht es keinen Sinn von Klassen zu sprechen, da niemand mehr den Klassenwiderspruch zu denken und fühlen fähig ist. Das ist genau der Zustand, wenn der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit negativ aufgehoben ist in der Milliarden umfassenden Rotte Untoter. Die Zombies: das sind die Leute im objektiven Faschismus.

Wenn der Wirtschaftsprofessor Max Otte im Interview mit der Zeitschrift konkret meint, es habe „in den letzten Jahren zu viele Endzeitfilme gegeben“, dann begreift er nicht, daß es längst gar keine anderen mehr gibt und geben kann, weil jeder Film notwendig die Endzeit widerspiegeln muß, in der und von der er hervorgebracht wird. Die fortschrittlichen Kräfte der bürgerlichen Gesellschaft sind nämlich längst zur vollen Entfaltung gekommen, jetzt wird wieder zusammengefaltet. Oder anders: Die Zombies müssen ihre Ernährung umstellen und sich eben gegenseitig fressen, bis die Linke in ihrer einzigen zukunftsfähigen Gestalt als Bolschewismus ihre vorübergehende Niederlage verkraftet haben wird, um gestärkt neu zu erstehen. Denn wie aus Sein Nichts wurde, wird aus Nichts Sein werden.

zombiezombie

Zum französischen Burka-Verbot

„Veils suck.“ (Salman Rushdie)

burkaninja

Zur Erinnerung an Lech Kaczyński, † 10. April 2010

Wertmord auf Long Island

In der Nähe des Ocean Parkway auf Long Island wurden mittlerweile bereits acht Frauenleichen gefunden, die Polizei geht von dem Werk eines Serienmörders aus. Doch wie die Zeitung für Wohlhabende FAZ berichtet, ist das wirklich Fruchtbare eine Folge der Entdeckungen, die das Platzen der Immobilienblase weit in den Schatten stellt:

„Besonders hart getroffen sind die Anwohner von Oak Beach: Sie müssen nicht nur damit leben, dass schon bald vermutlich weitere Opfer des Serienmörders zu Tage kommen werden. Sie befürchten auch schon jetzt, dass die Besucher in diesem Sommer ausbleiben werden. Zugleich ist der Wert ihrer Häuser seit Dezember stark gesunken: Häuser, die früher für eine Million Dollar verkauft wurden, liegen nun nur noch bei etwa 600 000.“

Die armen Leute! Hätte der Killer nicht Erbarmen mit ihnen haben und die Körper der Toten irgendwo verscharren können, wo bloß obdachlose Asoziale hausen? bzw. nicht hausen, weil sie ja keine Anwesen (mehr) besitzen, deren Wert sinken könnte. Wie auch immer, er hatte nicht, wodurch die Geschädigten sich nun wünschen, auch sie hätten längst schon ihren Wohnsitz in einer der reizenden Zeltstädte oder bezaubernden Trailerparks bezogen, wäre ihnen so doch der schreckliche Verlust erspart geblieben. Nun wissen sie und weiß mit ihnen die Welt: Serienmörder sind unangenehme Zeitgenossen.

oak beach

Post vom Feind

Freundliche Post flatterte uns in Folge des den Tolerance Day betreffenden offenen Briefleins an pro7 ins marxistisch-leninistische Geheimversteck:

„Pro Sieben hat recht, wir sollten tolleranter sein.
Wir sollten auf die Knie gehen wenn wir einen Musel begegnen, ihm die Füsse küssen und ihm unsere Geldbörse schenken.
Wir sollten jeden Musel von vorne bis hinten bedienen,
ihm freiwillig unsere Töchter zum vergewaltigen zur Verfügung stellen,dabei zuschauen und klatschen!!!!
Jeder Deutsche sollte nicht für sich und seine Familie arbeiten gehen sondern für den Miri Clan!!!
Wir sollten uns freuen wenn wir auf dem Boden liegend fast zu tote getreten, als scheiss Kartoffel bezeichnet werden und rufen: „Ja, ich habs geschafft, ich werde Kulturbereichert.Ich bin tollerant!“ und um noch toleranter zu sein,sollten wir danach sterben und nicht wie sonst ein lebenlang invalide sein.
Nein… Pro Sieben hat recht: wir MÜSSEN tolleranter werden!!“

So sind sie, die arbeitsamen Scheißkartoffeln, tollwütig geifernd, bis über den Rand, den sie nie halten können, mit in lustvoll-schauderndem Ton vorgetragenen Perversionen angefüllt, die immer auf Andere projiziert werden müssen, und der Sprache ihrer so hermetisch abgeriegelten wie imaginierten Kulturnation so wenig mächtig, daß man sie anhand ihres in an Schriftform entfernt Erinnerndem Erbrochenen von unproduktiven Gemüsehändlern beim besten Willen nicht unterscheiden könnte – wäre da nicht das unverwechselbare weinerliche Opfergehabe, das den Deutschen schon immer einzigartig machte.

Einiges Palästina

Überall Aufstände: Auch in den Palästinensergebieten werden nun Veränderungen angestrebt. Die Lage dort ist im Gegensatz zu manch unübersichtlichem Land, man denke an Libyen oder auch Ägypten, problemlos einschätzbar, man weiß, was die Protestierenden wollen:

„Mit einem Hungerstreik fordern palästinensische Jugendliche in Ramallah im Westjordanland eine Versöhnung der verfeindeten palästinensischen Organisationen Fatah und Hamas.“ (jW, Fachblatt für linken Antizionismus)

Als erster Schritt auf dem Weg zur palästinensischen Einheit wird die Freilassung der Gefangenen der jeweils anderen Organisation vorgeschlagen. Pech für den israelischen Korporal Gilad Schalit, der seit beinahe fünf Jahren von der Hamas gefangen gehalten wird. PLO-Chef Mahmud Abbas und Hamas-Vertreter Abu Obeida, dessen Qassam-Brigaden an der Entführung Schalits beteiligt waren, reagierten und demonstrierten die Ekelhaftigkeit der palästinensischen Führung(en) eindrücklich:

„Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nahm die Einladung von Hamas-Führer Ismail Hanija zu einem Treffen in Gaza an. Gegenüber Angehörigen der Gefangenen, die sich dem Hungerstreik der Jugendbewegung des 15. März angeschlossen haben, sagte Abbas, Frieden mit Israel sei nur in palästinensischer Einheit zu erreichen. Abu Obeida, Sprecher der Kassam-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Hamas, sagte am Wochenende, eine Versöhnung sei nur möglich, wenn Abbas alle Hamas-Gefangenen in der Westbank freilasse und die Zusammenarbeit mit Israel einstelle.“

Frieden mit Israel ist also erst dann möglich, wenn mit Israel nicht mehr kooperiert wird, denn sonst ist die Hamas nicht willig, mit der Fatah zusammenzuarbeiten. Ist die Hamas an Bord, gilt auch die Charta der Hamas. Das heißt: Der palästinensische Frieden mit Israel bedeutet Frieden ohne Israel. Darin sind sich Abbas und Obeida offensichtlich bereits einig.

Hamas und Norman Paech entrüstet: „ZOG hat ab heute eine neue Bedeutung: Zionist Occupied Goldstone“

„Our report found evidence of potential war crimes and “possibly crimes against humanity” by both Israel and Hamas. That the crimes allegedly committed by Hamas were intentional goes without saying — its rockets were purposefully and indiscriminately aimed at civilian targets.

The allegations of intentionality by Israel were based on the deaths of and injuries to civilians in situations where our fact-finding mission had no evidence on which to draw any other reasonable conclusion. While the investigations published by the Israeli military and recognized in the U.N. committee’s report have established the validity of some incidents that we investigated in cases involving individual soldiers, they also indicate that civilians were not intentionally targeted as a matter of policy.“ (Richard Goldstone)

Tolerance Day

Hi Pro7,

für einen Fernsehsender bist Du ja echt ziemlich ok, schließlich zeigst Du zwei Folgen der Simpsons pro Tag. Und eigentlich ist Dein aufdringlich angekündigter Tolerance Day mit virtueller Menschenkette und all dem anderen weltoffenen neodeutschen Krams immerhin gut gemeint und so, jedenfalls wenigstens harmlos. Könnte man denken. Stimmt natürlich nicht. Denn zum einen werden die von Dir geplanten Sendungen allesamt vorhersehbar strunzdoof und unerträglich sein, wenn „Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund Fragen aus dem offiziellen deutschen Einbürgerungstest“ beantworten bzw. eben nicht beantworten werden, gnihihihi… Oder wenn Du eine original deutsche Frau mit Kopftuch, also quasi als weiblicher Günter Wallraff, losschickst, so als wäre Rassismus hierzulande etwas, das man erst entdecken müsste. Oder wenn Du den für Schülerverdummung gedrehten Faschismusverharmlosungsfilm „Die Welle“ ausstrahlst. Oder, oder, oder. Zum anderen aber machst Du mit Deinem Toleranztag Werbung für die unsäglichen Söhne Mannheims. Und da hört die Toleranz aber wirklich auf!

Hart urteilend statt vorurteilsfrei mitmachend,

Dein Stanislaw Hirschfeld

Und wo ich schon von Euch spreche, Söhne Mannheims:

Auf besagter Tolerance Day-Webseite fragt Pro7, ob es denn wahr sei, „dass die neue Single der Söhne Mannheim ab dem 8. April 2011 im Handel erhältlich ist? Und ist es wahr, dass die Single auch als Song für den Tolerance Day ausgewählt wurde?“ Da frage ich Euch bei dieser Gelegenheit gleich auch mal was: Ist es wahr, daß Ihr irre belanglosen Fahrstuhldudelmusiklangweiler Euer sanftes antidiskriminierendes Image nur deswegen habt, damit pflichtschuldig betroffene (oder eher: sich zu recht ertappt fühlende) Mitglieder des hiesigen Mehrheitspöbels Geld für allerseichtesten, pseudotiefsinnigen Pop-Mist ausgeben? Und Ihr daher auf Rassismus und national befreite Zonen sowie die darauf aufbauende Gutmenschenkulturindustrie dringend angewiesen seid, weil wegen der von Euch hergestellten Klänge nun wirklich niemand Bares von seinem Geldbeutel in Euren wandern lassen würde? „Ja, es ist wahr!“ Dachte sich schon:

Euer wahrhaftiger Hirschfeld