Archiv für Mai 2011

arte gucken mit den Bekannten von Bekannten von ab sofort auf Distanz gehaltenen Freunden

„In der Wüste von New Mexico, auf einem Turm in 30 Meter Höhe über diesem Denkmal, explodierte die erste Atombombe.“

„Und wo ist dieser Turm jetzt?“

trinity site

Lars von Trier mit im Boot?

„Ich wollte wirklich Jude sein und dann fand ich heraus, dass ich ein Nazi bin, den meine Familie war Deutsch, die Hartmanns, das hat mich auch amüsiert. Was soll ich sagen? Ich verstehe Hitler, ich denke, er hat ein paar absolut schlechte Dinge getan, aber ich kann ihn mir in seinem Bunker vorstellen… Ich sage ja nur, dass ich den Mann verstehe. Er ist nicht, was man einen netten Kerl nennen würde, aber ich verstehe viel über ihn und habe ein bisschen Mitleid mit ihm. Aber kommen Sie, ich bin nicht für den zweiten Weltkrieg oder gegen die Juden. / Ich bin sehr für die Juden, nicht zu sehr allerdings, denn Israel ist ein Ärgernis, aber trotzdem… wie komme ich aus diesem Satz nur wieder raus? Ich wollte nur sagen, die Kunst…Ich bin sehr für Albert Speer, er war eines von Gottes besten Kindern und hatte ein Talent, das es ihm möglich machte… Okay, ich bin ein Nazi.“

„Ich bin weder antisemitisch, habe keine rassistischen Vorurteile, noch bin ich ein Nazi.“

Daß Lars von Trier aller Wahrscheinlichkeit nach ziemlich wahnsinnig ist, wusste eigentlich jeder, der zwei, drei seiner Filme gesehen hat, schon länger. Ob seine Äußerungen von Mittwoch für bare Münze zu nehmen sind, ist daher nicht die sonderlich interessante Frage. Erhellend sind vielmehr die Reaktionen auf seine Worte. Den Vogel schoß mal wieder 3sat ab: Kulturbeflissen wurde von Triers Begeisterung für die Architektur Albert Speers erwähnt, seine Abneigung Israel gegenüber allerdings geschmeidig verschwiegen, damit bloß kein pseudogebildeter Fernsehzuschauer, andere hat und will 3sat eh nicht, auf die ja ganz richtige Idee hätte kommen können, Israelkritik und Nationalsozialismus hingen engstens zusammen, seien womöglich weitgehend ununterscheidbar. Lars von Trier hat also das Betriebsgeheimnis der postmodernen Faschisten ausgeplaudert, als er scheinbar verrücktes Zeug redend am Mittwoch frank und frei die Wahrheit aussprach: Der Antizionismus ist die linksfaschistische Gestalt des Antisemitismus, der nur im Wahn als kaum mehr auftretend betrachtet werden kann. Der Mauer, die von Leuten wie Norman Paech und anderen Knalltüten zwischen einerseits dem bösen verbotenen Judenhaß der Nazis und andererseits der guten legitimen Kritik an ausgerechnet dem einzigen jüdischen Staat im Sinne der Hamas mühsam errichtet wurde, hat der durchgedrehte Däne jedenfalls einen Riß zugefügt. Mr. von Trier, tear down this wall!

Von Trier persönlich wird man, bei Interesse, nun danach beurteilen müssen, ob er sich mit den Antisemiten verschiedenster Coleur ins Boot setzen wird und bei der sogenannten Friedensflotte (ab 2:05) anheuern wird.

Der Ort der Kommunisten

So unterschiedlich die unzähligen Vorwürfe gegen die Kommunisten auch klingen mögen, schnurren sie doch, bei Licht betrachtet, auf einen Grundvorwurf zusammen: daß sie keine widerspruchslose, perfekte Gesellschaft vorgefunden hatten, als sie begannen, sich ihrem Ziel zu nähern. Weil sie versuchten, den Hunger abzuschaffen, werden ihnen die Hungersnöte vorgehalten. Weil sie von faschistischen Ländern überfallen wurden, wird ihnen die Kriegsführung vorgeworfen. Weil sie mit Klassenwidersprüchen umzugehen hatten, sind sie schuldig an den Klassenkämpfen. Usw. Die Feinde des Kommunismus bilden eine dialektische Einheit. Die einen machen weiter mit all den drecksbrutalen Sauereien, die anderen blamieren alle ernsthaften Versuche, den Kommunismus zu erreichen, am Ziel selbst, während sie untätig und kritisch das Geschehen kommentieren, das sie nur in Worten verhindern wollen. Die einen und die anderen bilden zusammen das vollständige Spektrum von links nach rechts. Die Kommunisten jedoch, gerade weil sie innerhalb der Welt, der Realität stehen, stehen doch außerhalb dieses Spektrums, über diesem Spektrum, denn sie sind dem Spätimperialismus zu nichts verpflichtet, weshalb alle Versuche, sie doch gewaltsam einzuordnen, stets scheitern müssen. Die Linksradikalen und die Rechtsabweichler, seien sie auch Mitglieder der Kommunistischen Partei, stehen unterhalb der Kommunisten, sie sind ganz dem alten, überwundenen Spektrum zugehörig, weshalb sie als Linke bzw. Rechte zu bezeichnen so außerordentlich richtig ist. Wo die Kommunisten stehen, das ist der Kommunismus selbst, der sowohl ihr Weg als auch ihr Ziel ist. Ihr Ziel erreichen sie durch die Annäherung an dieses, der Kommunismus wird Realität, indem bzw. während er errichtet wird. Insofern war der als Realsozialismus geschmähte Zeitabschnitt durchaus bereits der Kommunismus, denn zweifellos gelang die Annäherung, ohne daß damit der Weg bis zu seinem Ende gegangen worden wäre. Es bleiben noch viele weitere Schritte zu tun. Doch haben wir heute dank (nicht nur, aber hauptsächlich) Wladimir Iljitsch Lenin und Josef Stalin eine detaillierte Landkarte zur Hand, die die Bolschewisten erst anfertigen mussten. Auf daß wir bald die letzten weißen Flecken erkunden werden!

Unternehmer werden leicht gemacht

Das Fachmagazin für die urbane Trottelbourgeoisie GENERELLE (G) sprach mit Kalf Gestrasch.

undertaker

(G): Herr Gestrasch, Sie verfolgen seit 30 Jahren die Gründerszene in Deutschland. Haben sich die Anforderungen an das Unternehmersein gewandelt?

Kalf Gestrasch: Ja, Gründer müssen heute noch skrupelloser, brutaler und tierischer sein, schon weil das Internet für größere Transparenz sorgt und so die Wettbewerber schneller auf die eigene Fährte bringt. Die inhaltlichen Herausforderungen sind in der globalisierten Welt umfangreicher. Nur der Gründungsprozess, also der formale Weg zur eigenen Firma, ist leichter und weniger bürokratisch heute. Das heißt, jeder Idiot kann eine Firma gründen und pleite gehen, bis auf zwei, drei wölfische Drecksäcke. Die schaffen es.

(G): Was genau macht heute einen guten Unternehmer aus?

Gestrasch: Zur guten Geschäftsidee, also etwa der Sammlung und des Verkaufs der privatesten Daten des sich gratis selbst entblößenden Internetpöbels, und Erfahrung aus der Industrie, z.b. Gewerkschaftsbestechung und Engagement von Streikbrechern, müssen Managementfähigkeiten hinzukommen. Der Gründer muss nichts selbst können – Finanzen, Marketing, Vertrieb, scheißegal –, aber er muss eine gute Selbsteinschätzung haben und bereit sein, was er aufgrund seiner fehlenden Begabungen nicht kann, an sein willenloses Team von Speichelleckern zu delegieren. Also alles.

(G): Wie können junge Leute erkennen, ob sie zum Unternehmer taugen?

Gestrasch: Das ist nicht schwer. Wenn man schon in der Grundschule versucht hat, seine Klassenkameradinnen in die Prostitution zu zwingen, dann ist man ein geborener Unternehmer, eindeutig. Oder wenn man keine Freunde hatte und sich Geburtstagsgäste vom Taschengeld einladen musste – so wie ich. Ich denke aber, man kann es auch lernen. Entrepreneurship – das Wort habe ich gelernt, klingt geil, was? heißt aber auch nur Unternehmerdings, ne – ist zum Großteil Handwerk, davon bin ich überzeugt. Naja, und Dienstleistung, vermengt mit etwas Landwirtschaft. Plus Reisen! Deshalb habe ich auch einige Initiativen zur Aus- und Weiterbildung des Unternehmernachwuchses an den Universitäten gestartet.

Nebenbei XI

„Das deutsche Bürgertum, einer Revolution abgeneigt, wirkte politisch lediglich indirekt: indem es die Welt hygienisch aufteilte in ein Reich der Moral und ein Reich der Politik. Im Reich der Moral residierte die Kritik, die sich vom Schmutz der Politik unberührt glaubte.“ (Adam Soboczynski)

Das sagt einer, der den Axel-Springer-Journalistenpreis gewonnen hat. Und hat recht damit.

Deutsches Kabarett: Georg Schrammstein

Vor vier Jahren fand Hans Mentz in der Titanic lobende Worte für Georg Schramm, denn „hier meinte es jemand ernst“. Mentz charakterisierte ihn dann 2009 „weniger als Komiker denn als kabarettistischen Volkstribun“, was ebenfalls positiv gemeint war. Doch hatten sich erste Zweifel eingeschlichen angesichts des „aus Krawattenträgern und Jack-Wolfskin-Fünfzigern“ bestehenden Publikums. Genau diese Art Leute war es auch, die sich eines vergleichsweise völlig irrelevanten Bahnhofumbaus wegen empört zum Demonstrieren begab und, nachdem sie ein wenig Staatsgewalt abgekriegt hatte, ohne daß daran irgendetwas Außergewöhnliches zu finden war, denn genau das passiert eben immer genau dann, wenn Bürger, ungeachtet ihrer sonstigen mitläuferischen Qualitäten, nicht so wollen wie die vom Kapital angeleitete Politik nebst ihren ausführenden Kräften den Skandal des Jahres 2010 kreierte. Selten wurde ein so langweiliges Thema so lange allerorten breitgetreten wie dieser schwäbische Kuhfladen. Angeblich reden selbst die Arbeiter an den Todesreaktoren in Fukushima während ihrer Mittagspause von nichts anderem – nicht Fukushima, Stuttgart ist überall. Georg Schramm ging es jedenfalls genauso wie dem Rest der Welt, Stuttgart 21 ließ ihn nicht mehr los, zweimal bereits musste er, denn er konnte nicht anders, aufgebracht, wie er immer war und weiterhin ist, zu einer der öden Montagsdemos, um als Lothar Dombrowski seine unendliche Wut zum Ausdruck zu bringen. Und das tat er. Doch damit nicht genug! Anstatt bloß die ohnehin überzeugten Stuttgarter Kleinbürger zu bepredigen, nahm Schramm „sich die CDU vor“. Im Freizeitpark in Rust zeterte er, diesmal gegen Lottogesellschaft und irgendwelche aktuellen sowie Ex-Minister. Er machte also das, was er immer tut, das, was jeder kennt, der ihn wenigstens einmal im ZDF gesehen hat, wo er zuletzt das dortige Kabarettprogramm moderierte, zusammen mit Urban Priol, den Bahnhofsmodernisierungen und stinknormale Kapitalbewegungen genauso aufregen wie seinen ehemaligen Kollegen, vor allem sobald sie in Stuttgart stattfinden und ihnen dank Unmengen erboster grün wählender Mittelständler genügend Applaus garantiert ist beim herrlich nonkonformen Schimpfen. Nach seinem Auftritt, der also nur für diejenigen ein „Eklat“ darstellen konnte, die auf Veranstaltungen gehen, von denen sie nichts wissen, und solchen Preise verleihen, die sie nicht kennen, war der anwesende Teil der herrschenden Klasse gehörig verstimmt und witterte in Gestalt von Roland Mack, unter anderem Bundesverdienstkreuzträger, nichts geringeres als „Klassenkampf“, worauf Schramm sich ein wenig hin und her wand, Fehler einräumte, einschränkte, aber dann doch nichts zurücknahm, womit er sich für eine späte Politikerkarriere qualifiziert haben dürfte. Mit Klassenkampf hat das alles natürlich nichts zu tun, was nicht zuletzt auch die Äußerungen seiner Fans beweisen:

„WEITER SO, GEORG SCHRAMM, die Nation braucht Dich!“

„Ich weiss warum ich IHN als Bundespräsident wollte.“

„Solche Mäuler braucht unser Land! Weiter so. Endlich wieder ein Kabarettist mit Format, Charakter und Rückgrat und keine lobbygeschleiften Gummipuppen!“

Usw. usf.

schramm 21

Sozialdemokratie aktuell

Was nicht in der Zeitung steht:

„Thilo Sarrazin ist so stark, seine Partei so schwach wie nie. Die SPD leidet weiter an ihrem Provokateur, der eigentlich ihr Star sein könnte.

Dass die SPD Thilo Sarrazin nicht loswerden wollte, tut einigen in der Partei weh. Die Älteren Schmidt und von Dohnanyi hingegen haben immer davor gewarnt, den Bestseller-Autor aus der Partei auszuschließen. Denn sie hätten die nächsten sein können. Schauen wir also auf die Partei, der sogar die Werbefirmen den Vertrag kündigen, weil sie nicht mehr wissen, was sie in der nächsten Bundestagswahl überhaupt bewerben sollen. Und ob sie das, Stichwort Volksverhetzung, überhaupt dürften.

Dann könnte man glatt sagen: Wenn die SPD jemandem Aufmerksamkeit und Profil zu verdanken hat, dann Thilo Sarrazin. Und eben nicht Gabriel oder Nahles oder Steinbrück oder Steinmeier. Eine Reichs- und Volkspartei, so Helmut Schmidt, müsse auch für Ausländer, Juden und Arbeitslose schmerzhafte Debatten aushalten.

Und schmerzhafte Personen. Denn ein leichter Fall ist der ehemalige Bundesbanker und Finanzsenator Berlins nicht. Der Erfolg seines Buches hat ihn wohl auch überrascht. Die folgenden Zeiten waren hart für ihn, aber auch wie ein Rausch. Ein Nazi on Speed.

Er hat die Anfeindungen überstanden, da ihm aus Parteibasis und in der breiten Bevölkerung viel Zustimmung zuteil wurde. Den Kauf seines Buches konnte man fast als Akt volksgemeinschaftlichen Ungehorsams betrachten gegen eine Politik, die nie in der Lage war, sich kritisch und tatkräftig mit Fehlentwicklungen in bestimmten sozialen und kulturellen Milieus, auch und vor allen muslimischen, zu befassen. Dabei hatte nach der Reichswiedervereinigung alles so hoffnungsvoll begonnen

Nicht alle manchmal (angeblich) hölzernen Thesen und (eigentlich nicht) skurrilen Passagen des Buches fanden Anklang, wohl aber die rührenden Stellen über die Bedeutung vom Fehlen jeder Bildung, auch in seinem Leben. In erster Linie schätzten die meisten Leser (z.B. Westerwelle) seine Kritik am ausufernden Sozialstaat, der Gutes wolle und doch oft nur das Gegenteil dessen bewirke: Stagnation und Passivität und spätrömische Dekadenz.

Es war wichtig, dass eben kein Faschist diese Kritik aussprach, sondern ein Sozialdemokrat. Jeder kennt seinen Namen. Statt Stachel der SPD könnte Sarrazin also Star der NPD sein. Ist er aber nicht. Die Parteien hadern weiter.

Gerade hat Klaus Bade, Migrationsforscher, ihn erneut als „Brandstifter“ bezeichnet. Doch längst ist die Skandalisierung Sarrazins gescheitert, denn er war damals gar nicht in Hoyerswerda, sondern im Urlaub. Auf Blitzbesuch in Polen. Deutschland ist mitnichten „vergiftet“. Jedenfalls nicht von Sarrazin. Wenn, dann von diesen Brunnenvergiftern. Das einig deutsche Vaterland ist ein bisschen einiger, ein bisschen deutscher geworden. Nicht trotz, sondern dank Sarrazin. Nicht mit, sondern gegen die Gemüsehändler und Kopftuchmädchen.“

Der Stachel und die Gemüsehändlerstochter

Europa nun offziell muslimisch!

Der Spiegel bestätigt die schlimmsten Befürchtungen: Europa wurde bereits muslimisiert.

„Da die US-Regierung sich weigert, eine Foto der Leiche [Osama bin Ladens] zu veröffentlichen, waren in der islamischen Welt Zweifel am Tod Bin Ladens laut geworden.“

paeris

Eine weitere Folge der beliebten Serie „Deutsche Linke vorgeführt“

Heute: [pærɪs], ein Grüppchen Berliner mit trauriger Vergangenheit, ohne Zukunft

Man lasse die Comünist_Innen reden, sie zeigen sich dann ganz von selbst als die altbekannten Revisionistenarschlöcher, die sie bestenfalls sind. So fällt ihnen, wenn sie meinen, was zum Sozialismus sagen zu müssen, und das meinen sie andauernd, nur sowas ein:

„Das ist ganz sicher keine wünschenswerte Gesellschaft. Schon allein deshalb, weil eine Verstaatlichung der Produktion, so dass dann alle unter dem Kommando des Staates statt dem der verschiedenen Privateigentümer arbeiten, kein Schritt in Richtung einer emanzipatorischen Gesellschaft ist, sondern nur eine andere Form gesellschaftlicher Herrschaft. Insofern waren die realsozialistischen Länder auch nicht “auf halbem Wege” zu Kommunismus und haben auch keinen Schritt in die richtige Richtung unternommen.“

Die werfen der Diktatur des Proletariats allen Ernstes vor, die Diktatur des Proletariats zu sein. Na und? fragt der Kommunist achselzuckend und versteht ein weiteres Mal das anarchistische Idealistengekröse kein bißchen, was nun wirklich nicht sein Fehler ist. Da gibt es halt nichts zu verstehen, Pech für die Argumentanarchos, die ausgerechnet sich selbst berufen sehen, um aufzuklären, einige hundert Jahre zu spät und gedankenlos leider. Da bleibt nur noch, als „Kommunist“ doch sich etwas abzuheben von all den anderen, die man anstatt seiner selbst aufgeklärt wissen will, als bräuchte es keine Lichtquelle zur Erhellung, als würde die postgesellschaftliche Finsternis heller, wenn man nur oft genug „Argument einleuchten“ als fränkischen Zauberspruch ausspricht, als sollten Tote noch einmal lebendig gemacht statt erledigt zu werden, als würde agitatorisches Gelaber etwas nützen, wenn die Menschen abhanden gekommen sind, wenn von immerhin potentiellen Individuen nichts blieb als leblose Gefäße lebendiger Arbeitskraft. Dann werden zu Kronzeugen der Emanzipation solche antisemitischen Irre wie Solschenizyn, der einen der am längsten andauernden Anlässe für die Trauer um’s letzte Gulag darstellte, oder Isaac Deutscher, der Trotzkist, der sich ständig wiederholend nichts gegen Stalin vorzubringen wusste als dessen angebliche ständige Wiederholungen, oder halt die Kapitalistenarschbekriecher von der Jungen Linken. Balzac wusste:

„In Paris hat man eine gewisse Art, einen Menschen zu erledigen, indem man ihm sagt: Er hat ein gutes Herz. Dieser Satz bedeutet ebensoviel wie: Der arme Junge ist dumm wie ein Rhinozeros.“

Die Paeriser haben ein äußerst gutes Herz.

Freiheit

Norbert Bisky ist ein echter Freiheitskämpfer, der aufrecht für die gute Sache eintritt, hat er doch grauenvolle Erfahrungen in der DDR und mit Papa Lothar machen müssen. Des Künstlerkollegen Ai Weiweis Festnahme, von der hierzulande eigentlich niemand genaues weiß, ist ihm eine Schandtat, die ihn zu kühnen Taten treibt.

„Mir ist es völlig egal, ob ich jemals wieder in China ausstellen darf. Wo es keine Freiheit für andere Künstler gibt, müssen auch meine Bilder nicht zu sehen sein. Genossen, setzt mich auf die Liste.

Das ist mutig! Aber so mutig wie ein Bisky bin ich schon lange und verkünde hiermit:

Mir ist es völlig egal, ob ich jemals wieder in einem engen, überfüllten Zug sitzen darf. Wo es keine Freiheit für meine Beine gibt, muß ich mich auch nicht einzwängen. Genossen, setzt mich in den Maybach.