paeris

Eine weitere Folge der beliebten Serie „Deutsche Linke vorgeführt“

Heute: [pærɪs], ein Grüppchen Berliner mit trauriger Vergangenheit, ohne Zukunft

Man lasse die Comünist_Innen reden, sie zeigen sich dann ganz von selbst als die altbekannten Revisionistenarschlöcher, die sie bestenfalls sind. So fällt ihnen, wenn sie meinen, was zum Sozialismus sagen zu müssen, und das meinen sie andauernd, nur sowas ein:

„Das ist ganz sicher keine wünschenswerte Gesellschaft. Schon allein deshalb, weil eine Verstaatlichung der Produktion, so dass dann alle unter dem Kommando des Staates statt dem der verschiedenen Privateigentümer arbeiten, kein Schritt in Richtung einer emanzipatorischen Gesellschaft ist, sondern nur eine andere Form gesellschaftlicher Herrschaft. Insofern waren die realsozialistischen Länder auch nicht “auf halbem Wege” zu Kommunismus und haben auch keinen Schritt in die richtige Richtung unternommen.“

Die werfen der Diktatur des Proletariats allen Ernstes vor, die Diktatur des Proletariats zu sein. Na und? fragt der Kommunist achselzuckend und versteht ein weiteres Mal das anarchistische Idealistengekröse kein bißchen, was nun wirklich nicht sein Fehler ist. Da gibt es halt nichts zu verstehen, Pech für die Argumentanarchos, die ausgerechnet sich selbst berufen sehen, um aufzuklären, einige hundert Jahre zu spät und gedankenlos leider. Da bleibt nur noch, als „Kommunist“ doch sich etwas abzuheben von all den anderen, die man anstatt seiner selbst aufgeklärt wissen will, als bräuchte es keine Lichtquelle zur Erhellung, als würde die postgesellschaftliche Finsternis heller, wenn man nur oft genug „Argument einleuchten“ als fränkischen Zauberspruch ausspricht, als sollten Tote noch einmal lebendig gemacht statt erledigt zu werden, als würde agitatorisches Gelaber etwas nützen, wenn die Menschen abhanden gekommen sind, wenn von immerhin potentiellen Individuen nichts blieb als leblose Gefäße lebendiger Arbeitskraft. Dann werden zu Kronzeugen der Emanzipation solche antisemitischen Irre wie Solschenizyn, der einen der am längsten andauernden Anlässe für die Trauer um’s letzte Gulag darstellte, oder Isaac Deutscher, der Trotzkist, der sich ständig wiederholend nichts gegen Stalin vorzubringen wusste als dessen angebliche ständige Wiederholungen, oder halt die Kapitalistenarschbekriecher von der Jungen Linken. Balzac wusste:

„In Paris hat man eine gewisse Art, einen Menschen zu erledigen, indem man ihm sagt: Er hat ein gutes Herz. Dieser Satz bedeutet ebensoviel wie: Der arme Junge ist dumm wie ein Rhinozeros.“

Die Paeriser haben ein äußerst gutes Herz.


18 Antworten auf „paeris“


  1. 1 Karl Klabautermann 03. Mai 2011 um 16:54 Uhr

    „Kapitalistenarschbekriecher“?

  2. 2 SDAJ-Tschekist 04. Mai 2011 um 0:17 Uhr

    „Wie kommt es denn, dass aus einer emanzipatorischen Idee, die Gesellschaft um die Befriedigung der Bedürfnisse aller und um Selbstbestimmung zu errichten, eine brutale Herrschaft wird? Der Zusammenhang wird als selbstverständlich oder zumindest naheliegend unterstellt, und muss deshalb nie ausgeführt und auch nie historisch untersucht werden.“

    Die sind doch schon ganz witzig. Soviel Idiotie in gerade mal 2 Sätzen. Und dann fragen die noch, warum es denn der Diktatur des Proletariats braucht.

  3. 3 Stanislaw Hirschfeld 04. Mai 2011 um 23:25 Uhr

    @ Karl Klabautermann: „“Kapitalistenarschbekriecher“?“?

    @ SDAJ-Tschekist: Das kommt davon, wenn man die Bedeutung des unversöhnlichen Klassenantagonismus leugnet; Revolution gilt als Endergebnis des als Aufklärung bzw. Agitation bezeichneten Gequassels, so als wäre der Schlüssel zum Kommunismus einzig und allein die Überzeugung möglichst aller, und wird so natürlich auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben. Zufall oder Versehen ist das jedenfalls nicht. Wer den Klassengegensatz leugnet oder verschweigt, der handelt objektiv im Interesse der herrschenden Klasse. Subjektive Verwirrungen sind diesbezüglich kaum entscheidend, ist die Agententätigkeit fürs Kapital doch ausführbar ohne den Willen zu ihr. Der linke Radikalismus war noch nie ein Weg zum Kommunismus, erst recht kein schnellerer. Ratzfatz führt er aber zum Kullaismus, wo alle landen, die es für kommunistisch halten, den Kommunismus abzugleichen mit Nichtkommunismus, um sagen zu können, daß der Kommunismus nichtidentisch mit dem Nichtkommunismus ist. So auch die Paeriser. Miserable Gedichte kommen dabei also auch noch herum, um das Elend zu komplettieren.

  4. 4 LW 05. Mai 2011 um 15:03 Uhr

    Das schlimme an „Gruppen“ (oder, auch gern genommen: „Assoziationen“) wie „paeris“ ist ja leider, dass sie nicht unbeachtet in irgendeinem Hinterhof rumtoben, wie es für Kinder angemessen wäre, sondern: sie (und dergleichen), ihre Form von „Praxis“, ihre falschen Theorien, ihr erbärmlicher Reflexionsstand und der von ihnen allen geteilte, explizit antimarxistische Idealismus machen den Kern, den Mainstream wirklich ALLER linken Szenen aus: Ihr Sprachsondermüll wird in Blättchen wie „Phase 2″ etc. gedruckt, ihre geistig zurückgebliebenen „Referenten“ werden zu halb-universitären oder kleinbürger-studentischen Podiumsdiskussionen eingeladen und die Kotzreiz auslösenden Reader linksradikaler Verlage sind voll mit ihrem Stuss – viele werden sogar noch nicht mal von den „Bahamas“-Terroristen belangt oder denunziert, weil es sich bei ihnen ausnahmsweise mal NICHT um antisemitische, sondern ganz normale Commünisten, also Antikommunisten handelt. Was sie sonst so für einen Scheissdreck verbreiten, interessiert die ansonsten doch achso strengen und rücksichtslosen „Ideologiekritiker“ dabei nicht.

    „Lebenszeit verschönern, „für Menschen statt Nationen“, „Hegemonie des Antiutopischen“ (paeris) – für so einen urideologischen Schwachsinn hätte sich schon in den 70ern jeder Trotzkistenhippie und Öko-“Menschenrechtler“ zurecht geschämt. Und Kommunismus, selbstverständlich, ist bei ihnen vor allem eins: „Kritik am Realsozialismus“, also: CDU-Politik.

  5. 5 SDAJ-Tschekist 07. Mai 2011 um 1:47 Uhr

    Ist doch nichts Neues, Geschichte wiederholt sich, wenn auch auf einer höheren Ebene. Marx und Engels liquidierten ja quasi als Morgenübung „wahre Sozialisten“ und andere Kommunismuskritiker. Und Marx und Engels wiesen noch immer die Zukunft, die diese nie sehen wollten:
    „… daß also die Revolution nicht nur nötig ist, weil die herrschende Klasse auf keine andere Weise gestürzt werden kann, sondern auch, weil die stürzende Klasse nur in einer Revolution dahin kommen kann, sich den ganzen alten Dreck vom Halse zu schaffen … Der heilige Kirchenvater wird sich doch sehr wundern, wenn der jüngste Tag, an dem sich dies alles erfüllet, über ihn hereinbricht – ein Tag, dessen Morgenrot der Widerschein brennender Städte am Himmel ist, wenn unter diesen ‚himmlischen Harmonien‘ die Melodie der Marseillaise und Carmagnole mit obligatem Kanonendonner an sein Ohr hallt, und die Guillotine dazu den Takt schlägt; wenn die verruchte „Masse“ ca ira, ca ira brüllt und das „Selbstbewusstsein“ vermittelst der Laterne aufhebt.“ (MEW 3, S. 70f)

  6. 6 Karl Klabautermann 09. Mai 2011 um 10:23 Uhr

    Welche Kapitalistenärsche bekriechen die Jungen Linken denn?

  7. 7 Stanislaw Hirschfeld 09. Mai 2011 um 12:47 Uhr

    Siehe hier.

  8. 8 Stanislaw Hirschfeld 09. Mai 2011 um 22:52 Uhr

    @ SDAJ-Tschekist:

    „Ist doch nichts Neues, Geschichte wiederholt sich, wenn auch auf einer höheren Ebene.“

    Das ist zwar recht formelhaft, aber letztendlich stimmt’s. Das entschuldigt die ganzen Gruppen, Assoziationen, Cafés und Kafes, Projekte, Aktionen, usw. allerdings nicht, im Gegenteil fällt das Urteil immer härter aus: wer im 19. Jahrhundert hinter der Geschichte zurückgeblieben war, der war damals schon ein dummer Idiot. Wer heute im Wesentlichen den gleichen Schwachsinn vertritt, wie die Deppen von vor bald 200 Jahren, angereichert bloß mit modischen Szeneausdrücken und diversem anderem Tralala und neuen, stolz selbst gemachten Fehlern, der ist nicht mehr nur unter dem Niveau der Geschichte, der hat mit Geschichte schon gar nichts mehr zu tun.

    @ LW: Das ist das Elend der Lakaien. Sie bereiten der CDU zwar den Boden, erleichtern ihr ihre Arbeit, ernten aber so gut wie keine Früchte. Und wo eine Merkel sich freut, wird von linker Seite aus verklemmt kritisiert.

  9. 9 LW 26. Mai 2011 um 21:52 Uhr

    Meine neue Lieblingsgruppe bei blogsport: Die paeris-Nachfolgeorganisation „Anarcholiberale Gruppe (ALG)“: http://alg.blogsport.de/

    Da weiss man wenigstens, was man hat: Die „ALG“ plaudert wenigstens das aus, was sich die jungliberalen Spinner von paeris noch nicht zu sagen trauen.

  10. 10 SDAJ-Tschekist 27. Mai 2011 um 14:32 Uhr

    Ich frage mich, wie lange es noch braucht, bis die Argumentierer vom GSP einen „messianistisch-anarchistischen Diskurs“ als Nachfolgezirkel aufmachen und sich endlich nicht mehr Marxisten nennen. Selbst der Klassenfeind weiß ja (mal wieder), was von denen zu halten ist. („pseudomarxistisch“)

    Zum Glück wachsen die kommunistischen Kräfte im Land.

  11. 11 Stanislaw Hirschfeld 27. Mai 2011 um 18:59 Uhr

    @ LW: Und Kamerad earendil ist natürlich auch wieder fleißig am Diskutieren! Dem ist wirklich ganz egal, mit wem er redet und worüber. Hauptsache, es ist nur ordentlich blöde und am Ende kommt nix bei raus. Ein Linker, wie er im Buche („Lexikon der Unvernunft“) steht.

    @ SDAJ-Tschekist: Der Klassenfeind, das sind die ja auch, der ist ohne sie nicht komplett. Marxisten, Revolutionäre, Kommunisten werden sie sich ewig schimpfen, aber sie werden sich auch ewig blamieren und endlich scheitern. Denn am Ende zählt eben die Tat.

  12. 12 earendil 27. Mai 2011 um 22:51 Uhr

    Zum Glück wachsen die kommunistischen Kräfte im Land.

    Lebt sich’s angenehm in deinem Wolkenkuckucksheim?

  13. 13 Versailles 21. Juni 2011 um 19:29 Uhr

    Macht Ihr eigentlich in Eurer sonstigen politischen Tätigkeit noch was anderes als argumentlos Rumpöbeln? Hier sehe ich jedenfalls keinen Anlass, auch nur einen Eurer Halbgedanken aufzugreifen und sachlich drauf einzugehen. Das hieße zu in falscher Bescheidenheit zu unterschlagen, dass Ihr wahrscheinlich so selbstgerecht sein WOLLT und Eurer „Kommunist“-Sein auch gar keinen anderen Zweck hat als diesen. Pfüateich.

  14. 14 Stanislaw Hirschfeld 21. Juni 2011 um 20:49 Uhr

    „argumentlos Rumpöbeln“

    GSP-Bots halten hier die Fresse oder sind wenigstens unterhaltsamer als du langweilige Nulpe.

  15. 15 Stanislaw Hirschfeld 02. November 2011 um 23:46 Uhr

    Der Fetisch des konformistischsten aller Rebellen ist die Kritik. Er kennt das „Kommentar zur Kritik“, die „Kritik der Occupy-Bewegung“, „viel Kritik“, die „unterschiedlichen Kritiken“, „eine Kritik“, weiß „zu kritisieren“, brüstet sich „unserer Kritik“ gleich zweimal, vertritt „Kritik an den Verhältnissen“, sieht sich irgendwie in der Tradition „marxistischer Kritik“, kennt auch die „Kritik der Bewegung“, fürchtet aber „regressive Kritik“, „verkürzte Kritik“ und „regressive Kapitalismuskritik“. Getauft hat er sich auf den sicherlich kritisch gemeinten Namen „Kritische Intervention Witten“. Und wussten Sie, lieber Leser, der Sie womöglich einen gewissen Klassenhaß verspüren, daß all die „Politiker, Manager, Konzernchefs“ überraschenderweise von „den selben kapitalistischen Zwängen“ beherrscht werden wie Sie, „wie letztendlich jeder andere auch“, nämlich „Konkurrenz, Bestehen auf dem Weltmarkt, Kapitalakkumulation, Wachstum usw.“? Nein? Dann haben Sie halt noch nicht genug abgekriegt von dem wundersamen Ambrosia Kritik und dem sie treu begleitenden Nektar, der mächtigen „Selbstreflexion“! Dann haben Sie sich offensichtlich zu lange selbstsüchtig mit der speziell ihrer Klasse zugemuteten Scheiße beschäftigt, Ausbeutung der zerstörerischen Arbeit zu lachhaften Löhnen etwa, und darüber ganz vergessen wahrzunehmen, wie aus ihnen ein struktureller Antisemit wurde. Denn merke: Wer die herrschende Klasse hasst, der hasst eigentlich, so ein bißchen oder ungefähr wenigstens: die Juden. PS: Marx, Engels, Lenin und Stalin sind natürlich schon seit Ewigkeiten als des Antisemitismus schuldig überführt. Dank Kritik und Selbstreflexion, gespendet von der „Kritischen Interpunktion Witten“, gepriesen sei ihr Name, lang sei ihr Leben! PPS: Occupy your mother!

  16. 16 LW 06. November 2011 um 17:23 Uhr

    Nicht zu vergessen: die Radikale Kritik®, die Destruktive Kritik®, die Solidarische Kritik®, die Rücksichtslose Kritik® usw.

    Neu auf dem Kritiken-Markt sind, wie ich soeben erfahren habe, zudem jetzt noch: Die „Kleine Kritik“ (Christian Heller) (angelehnt an Kafkas/ Deleuzes/ Guattaris „Kleine Literatur“ und Frank Apunkt Schneiders „Kleine Identität“ (selbst bei der Identität können sies nicht ganz sein lassen und klamüsern sich noch ne „kleine“ aus der Hirnruine)) und der „Kritische Blick“ (Annika Mecklenbrauck – noch nichtmal nüchtern hingucken können die, selbst das Sehen ist kritisch vorideologisiert), alles natürlich zurechtgebraut im offiziellen Hexenkessel der regressiven Pop-Theoretisierei, der „Testcard“, dem peinlichen Pickel am Arsch der antideutschen Ideologiekritik: http://www.testcard.de/titel.php?pid=1303

    Mein Wort zum Sonntag:
    „never forget what they have done for you…
    for they must suffer before they die.“

  17. 17 .Living 22. Januar 2012 um 2:10 Uhr

    paeris geben ihren Senf dazu ab und freuen sich, dass die emanzipatorischen Cömmünisten in der links-unten Suffhölle indymedia sich deutlich von „reaktionäre[m] Kommunismus“ der „Stechschritt-Sozialisten“ abgrenzen und fordern zum „antistalinistischen Grundkonsens“ auf: „Ruft antistalinistische Parolen!“:http://linksunten.indymedia.org/de/node/53387

  18. 18 LW 23. Januar 2012 um 13:48 Uhr

    Die Paeriser sind sich dort (indymedia) auch nicht zu blöd, „Für eine konsequente Kritik des Realsozialismus“ einzutreten und aufzurufen. Die Parallelen zur guten alten Israel-Kritik sind da ja offensichtlich, der Zweck dieser Kritik ebenso: Antikommunismus. Wer, wie z.B. die classenlosen (aka. Kleinbürgerlichen) Emanzipations-Spinner angeblich begriffen hat, dass Kommunismus „nur“ (also notwendig) vermittels „Real“-Sozialismus machbar ist (wie Kulla in seinem neuesten Enthirnungspamphlet behauptet), der agiert ja ganz offen antikommunistisch, wenn er den Realsozialismus delegitimiert. Wie die Israel-Kritik der neue Antisemitismus, so ist die Realsozialismus-Kritik der neue Antikommunismus (bezeichnend übrigens, dass es sich bei beiden kritisierten Gebilden um Projekte von NS-Opfern handelt, aber was tut man nicht alles für die Emanzipation).

    Übrigens: Die von den diversen Emanzipationären, Antiautoritären, Kullalogen, Paerisern etc. als „Stalinistische Schläger“ bezeichneten Demonstranten waren in Wahrheit Mitglieder einer türkischen Maoistensekte ( http://www.mlkp.info/?kategori=60&Gençlik ), das hätte man auch problemlos rausfinden können; die antistalinistische Denunziations-Internationale interessiert das aber alles ohnehin kein Stück, weswegen die Notwehr jener Maosekte gegen den antikommunistischen „Nein, nein“-Mob vollkommen in Ordnung geht. Wenn deren Quatsch sich nämlich allmählich durchsetzt, wird man es in 50 Jahren mit FDPlern zu tun haben, die das Erbe Luxemburg und Liebknechts beanspruchen und jeden Marxisten von der Kundgebung fernhalten wollen.

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