Archiv für September 2011

Stalinistisches Kapital oder: Die Wege des Herrn sind unergründlich

Will jemand den Verfaulungsgrad eines Gehirns messen, so muß er nur in Erfahrung bringen, was der Untote für Stalinismus hält. Melanie Arnann von der FAZ, deren Name mir in zehn Minuten wieder entfallen sein wird, denkt ans Gulag, wenn sie ans „Büro der Zukunft“ denkt, und erfindet daher Titel wie Umerziehungslager Büro. Siemens plant die Einführung des Sozialismus, denn „die Schreibtische gehören jetzt allen“, was bedeutet, keiner hat einen eigenen Schreibtisch mehr. Arnann ist offensichtlich verzweifelt, wie sonst ließe sich erklären, daß aktuelle kapitalistische Trendschweinereien als an den verhassten Realsozialismus erinnernd beschrieben werden müssen, um das Kapital selbst nicht widerwärtig erscheinen zu lassen. Diese Masche haben andere ebenso drauf, abgefeimte, trotzkistische Konterrevolutionäre wie Lafontaine und seine rechtsradikale Linkspartei zum Beispiel. Einzig die Knallköpfe, die Lafontaine, weil er im Kapitalismus das System Stalinismus verwirklicht sieht, ausgerechnet eine Verharmlosung des Stalinismus mit dem Zwecke der Wiedereinführung desselben vorwerfen, sind noch dümmer, deshalb natürlich auch harmloser. Dennoch, Lafontaine hat mit einem selbstverständlich recht: Weder begann noch endete der Stalinismus mit der Person Stalin, er erweist mit seinem Namen nur einem seiner verdienstvollsten Vertreter seine Reverenz, so wie der Begriff Marxismus nicht die Lebzeiten des Karl Marx meint. Sahra Wagenknecht, die einmal sehr gut wusste, was es mit dem Stalinismus auf sich hat, da sie selbst einmal eine Stalinistin war, eine Weile lang Umgang mit dem herausragendsten Stalinisten seiner Zeit pflegen durfte und, wie der Spiegel meint, „mit kruden Ansichten über das Verhältnis der Bundesrepublik zur DDR für Irritationen“ sorgte, wird nun vom Linksfaschisten Lafontaine unterstützt, es geht um den Posten des Co-Fraktionschefs der PdL im Bundestag und angeblich ums Schicksal der ganzen Partei, wenn nicht gar den Untergang des Abendlandes. Sollte tatsächlich die Selbstzerstörung der PdL das Ergebnis der Karriere der „schönen Kommunistin“ (Bild, Stern, Junge Freiheit) sein, dann hätte sie ihren historischen Auftrag, ihre eigentliche Aufgabe, wenn auch sehr verspätet, so doch erfüllt. Hoffen wir das Beste.

Er ist doch gar kein Jude, also keine künstliche Aufregung, bitte sehr!

chavez

„Venezuelas Regierungschef Hugo Chávez gilt als Galionsfigur der Linken: Er liebt auch Gold“ (Bildunterschrift der Welt)

„Die fünf gesellschaftspolitischen Unternehmensgrundsätze, 1967 von Axel Springer formuliert, nach der Wiedervereinigung 1990 geändert und 2001 ergänzt, sind Bestandteil der Unternehmenssatzung. Sie beschreiben ein freiheitliches Weltbild:

1. Das unbedingte Eintreten für den freiheitlichen Rechtsstaat Deutschland als Mitglied der westlichen Staatengemeinschaft und die Förderung der Einigungsbemühungen der Völker Europas.
2. Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes.
3. Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
4. Die Ablehnung jeglicher Art von politischem Totalitarismus.
5. Die Verteidigung der freien sozialen Marktwirtschaft.“
(Unternehmensgrundsätze der Axel Springer AG)

Wie zu sehen ist, bleibt dennoch genügend Platz für Antisemitismus. Der wird dringend gebraucht, irgendwie muß man sich der bolschewistischen1 Gefahr erwehren.

  1. Stimmt, Chavez ist so sehr Bolschewik wie er Jude ist, doch ist das nicht der Punkt. Antikommunisten und Antisemiten benötigen weder Juden noch Kommunisten. Sie stellen sie zur Not einfach selbst her.[zurück]