Archiv für Februar 2012

Griechische Klassik

Griechische Klassik

Zu den Bundespräsidentenkandidaten und ihren Gegnern

Schon vor etwas mehr als neun Monaten schrieb ich, daß Georg Schramm

„sich für eine späte Politikerkarriere qualifiziert haben dürfte“.

Ein Feind korrekter Rechtschreibung bemerkte das nun auch. Ob er nun, wo er unwissentlich einem Stalinisten zugestimmt hat, seine Meinung ändern wird? Nein, dergleichen steht nicht zu befürchten. Denn dem Kritiker ist ein Bundespräsident Georg Schramm etwas, das er kritisieren möchte. Dem Kommunisten jedoch wäre ein Bundespräsident Georg Schramm eine Bestätigung seiner Analyse der deutschen Zustände. Dennoch wird höchstwahrscheinlich Joachim Gauck das Amt bekleiden dürfen. Und das passt dann auch.

#6

„Einfach so lange von Israel reden, bis alle es hassen“

#5

In Kritikistan. Meine Zustimmung zu MC Gurkes Abkehr von der Ideologiekritik wurde bisher nicht freigeschaltet.

The Talking Dead VIII

„Der Kampf wird bis zur vollständigen Befreiung des Gebiets Palästinas und Jerusalems und der Rückkehr aller palästinensischer Flüchtlinge weitergehen. Man will, dass wir die israelische Besatzung anerkennen und den Widerstand aufgeben. Aber als Vertreter des palästinensischen Volkes und im Namen aller, die in der Welt für die Freiheit einstehen, bekräftige ich, dass wir, wie wir stets gesagt haben, Israel niemals anerkennen werden.“ (Ismail Haniya, friedliebender Tourist in Teheran, Israelkritiker)

Haniya gilt als einer der zahmeren Führer der Hamas, was wohl an nicht mehr liegen dürfte als seinen Bemühungen um eine Art palästinensischer Einheitsfront und den zwischen Vernichtungsankündigungen wie obige gestreute Bereitschaftsbekundungen, Israel in den sogenannten Grenzen von 1967 anzuerkennen, die schneller zurückgezogen werden als Lucky Luke seinen Colt zückt. Weiß man das, weiß man damit schon viel über die linken Freunde Palästinas, denen Haniya mit seiner angeblichen Milde und Kompromißbereitschaft ab und an ein frisches Feigenblatt für den israelkritischen Diskurs liefert: Es handelt sich bei ihnen um Unterstützer des zeitgenössischen Antisemitismus mit menschlichem Antlitz.

Ismail Haniya

Helau

Humorvoll lässt sich in der Fastnacht lernen und vertiefen, was vielleicht im Grundkurs Rassenkunde nicht ausreichend vermittelt wurde:

Türken sprechen kein deutsch, feilschen notorisch, leben in einer Symbiose mit Dönern, sind ausnahmslos muslimisch, gewalttätig, kriminell und noch zum Putzen zu blöd.

Deutsche hingegen erzählen niemals altbackene, dumpfe Witze, sind keine rassistischen Dreckschweine und könnten z.B. Türken niemals etwas zuleide tun, geschweige denn erschießen.

Sollte bei jemandem nun bedauerlicherweise ein „Verdacht auf Rassismus“ entstanden sein, so weist Pressesprecher Tobias Bunker vom Hitlerschen Reichsfunk HR diesen strikt zurück. Von Verdacht könne keine Rede sein, so der Fastnachtsfaschist, denn ein ausgelassener Pogromaufruf „gehört zur sprichwörtlichen Narrenfreiheit“ wie ein Molotowcocktail zum Asylantenheim.

About a Ghost

Alan Moore, der sicherlich zu den spannenderen Comicautoren zählt, verlor heute einige Worte über seinen unleugbaren Einfluß auf die aktuellen Protestformen. Deutlich erkennbar wird dabei seine Begeisterung für allerhand Mindfuck von Satanismus bis zu Anarchismus, was etwa zur Occupy-Bewegung gar nicht so schlecht zu passen scheint. Doch wenn es gegen Ende des Artikels heißt, daß „[s]ome ghosts never go away“, dann denke sicherlich nicht nur ich unweigerlich an einen Text, der ungleich mehr Vernunft enthält als alles, was Moore und seine idealistischen Fans je niederschreiben könnten, und mit folgenden Worten beginnt:

„Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus.“

Indeed, some ghosts never go away…

marx

Die Zuständigen

„Gegen die verfassungsfeindliche NPD und ihr terroristisches Umfeld hilft nur das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger, die friedlich zeigen, daß sie die Nazis weder in Dresden noch in einer anderen Stadt dulden wollen. Ich werde mich in Dresden an den friedlichen Blockaden gegen Nazis beteiligen. Ich bin dabei und weiß, daß viele Mitglieder meiner Partei und auch der anderen demokratischen Parteien in Dresden dabei sind. Ich habe die Kanzlerin gefragt, ob sie sich an der Demonstration in Dresden beteiligt. Eine Antwort steht noch aus. Ich will daran erinnern, daß am 8. November 1992 über 350000 Menschen in Berlin gegen fremdenfeindliche Gewalt auf die Straße gingen. Dabei waren: Richard von Weizsäcker, Rita Süssmuth, Helmut Kohl, mehrere Bundesminister, alle Regierungschefs der Länder – nur die CSU hatte sich verweigert. Es ist an der Zeit, daß wieder einmal die Zuständigen Zivilcourage zeigen.“ (Gesine Lötzsch)

Wieso eigentlich? Nichts wäre gewonnen, wenn ein weiteres Mal das antifaschistische Selbstbild Deutschlands bestätigt werden würde. Niemand wäre sicherer vor mordenden Nazis und abschiebenden Behörden, vor drohender und realisierter Verarmung, vor geführten und noch zu führenden Kriegen. Im Gegenteil, die Morde und Abschiebungen, Entlassungen und Lohnkürzungen, Bombardierungen und Erschießungen würden bloß begleitet vom freundlich und verständnisvoll lächelnden Bundesmob, der seine Hände in Unschuld wüsche. Das kann nur einfordern, wer insgeheim bereits auf der Seite der Mörder und Ausbeuter, also der herrschenden Klasse steht, nämlich der Sozialdemokrat, das vermutlich verlogenste, niederste Subjekt, das der Klassenkampf je kannte. Insofern war die Schelte, die Lötzsch einstecken musste, als sie Interesse an nicht näher benannten Wegen zum Kommunismus heuchelte, völlig unberechtigt und ähnlich absurd, wie der an die NSDAP gerichtete Vorwurf Steinbachs, es habe sich bei jener um eine die Arbeiterklasse vertretende, den Sozialismus anstrebende Partei gehandelt, wo doch bekanntlich dem Monopolkapital im bzw. vom Dritten Reich beste Bedingungen geschaffen wurden. All diese Verwirrspiele, Begriffsverdrehungen und dreisten Lügen dienen schlußendlich aber einem einzigen Zweck: Die wirklich Zuständigen, die Beherrschten und Ausgebeuteten sollen nicht von ihrer Zuständigkeit erfahren, das Proletariat soll kein Klassenbewußtsein entwickeln und abgetrennt bleiben von seiner revolutionären Avantgarde, der Kommunistischen Partei. Schön ist es zu sehen, wenn, wie gegenwärtig in Griechenland, das Erreichen dieses Zwecks massiv behindert wird.

The Talking Dead VII

„Die NAZIS waren eine linke Partei. Vergessen? NationalSOZIALISTISCHE deutsche ARBEITERPARTEI…..“ (Erika Steinbach, Menschenrechtlerin und Humanistin)

Steinbachs Geschichtsrevisionismus für alle, die die Gehirnfrage schon endgelöst haben, steht in einer Reihe mit denen von Strache und Schmock. Es gibt keinerlei Tabu. Jeder Wahnsinn kann ausgesprochen werden, ohne daß irgendwelche Konsequenzen ausgelöst würden. Währenddessen wird Griechenland, bei hellem Tageslicht und in aller Seelenruhe, die Souveränität entzogen, die deutsche Linke ausgerechnet einem sogenannten „Palästina“ beschaffen möchten, also einem von fundamentalistischen Irren (derzeit: Fatah & Hamas) geführten Irrenhaus. Die Welt scheint auf dem Kopf zu stehen.