Zu den Bundespräsidentenkandidaten und ihren Gegnern

Schon vor etwas mehr als neun Monaten schrieb ich, daß Georg Schramm

„sich für eine späte Politikerkarriere qualifiziert haben dürfte“.

Ein Feind korrekter Rechtschreibung bemerkte das nun auch. Ob er nun, wo er unwissentlich einem Stalinisten zugestimmt hat, seine Meinung ändern wird? Nein, dergleichen steht nicht zu befürchten. Denn dem Kritiker ist ein Bundespräsident Georg Schramm etwas, das er kritisieren möchte. Dem Kommunisten jedoch wäre ein Bundespräsident Georg Schramm eine Bestätigung seiner Analyse der deutschen Zustände. Dennoch wird höchstwahrscheinlich Joachim Gauck das Amt bekleiden dürfen. Und das passt dann auch.


9 Antworten auf „Zu den Bundespräsidentenkandidaten und ihren Gegnern“


  1. 1 Victor 21. Februar 2012 um 19:43 Uhr

    Die Linkspartei muss naturgemäß auch herumkritisieren, sogar ihren Ausschluss bei dieser Farce beklagen.

    Gauck ist doch der Traumkandidat überhaupt. Niemand sonst ist so dumm, sich beispielsweise als „links, liberal und konservativ“ zu bezeichnen, da nur die säuberlich identitäre Abtrennung überhaupt Wahlalternativen suggeriert. Gauck ist so ein offensichtlicher Gesamtlobbyist, dass er, wenn auch auf eine andere Weise als beabsichtigt, tatsächlich als „Demokratielehrer“ (Selbstbezeichnung) taugt.

    Selbstverständlich war Merkel gegen ihn. Irgendein schwarz-grün-camouflagierter Raubtiercasiokapitalismuskritiker wäre natürlich passender gewesen.

  2. 2 K-Gruppen-Hool 21. Februar 2012 um 20:07 Uhr

    Du laberst einen Scheiß Junge. Als ob man nicht auch Deutsche Zustände kritisieren könnte, nachdem man sie analysiert hat, oder auch Sachen einfach so kritiseren kann, wenn sie scheiße sind. Und was für eine Bestätigung welcher Analyse bitte?? siktir lan, Du Kartoffel!

  3. 3 Stanislaw J. Hirschfeld 21. Februar 2012 um 20:38 Uhr

    @ Victor: Ganz richtig. Slavoj Žižek hat letztens darauf hingewiesen, daß man, um König sein zu können, nichts sein muß außer dumm, denn regiert wird von anderen, die die nötigen Fähigkeiten besitzen (oder auch nicht). Der König ist nur zum Unterschreiben da, wie der Bundespräsident. Das wird in der Politikwissenschaft bis heute nicht begriffen, wo in die Kategorie Staatsoberhaupt völlig unterschiedliche Menschen gezwängt werden. Dabei stehen auf der einen Seite die unfähigen, ohnmächtigen Könige und Bundespräsidenten, auf der anderen Seite die „welthistorischen Individuen“ (Hegel), also absolutistische Herrscher wie Elisabeth, Louis XIV., Napoleon Bonaparte, Lenin, Stalin und Ulbricht.

    @ K-Gruppen-Hool: Warum nur stelle ich mir gerade einen bebrillten ostdeutschen Spargeltarzan mit Zahnspange vor?

  4. 4 Stanislaw J. Hirschfeld 24. Februar 2012 um 23:49 Uhr

    1. Weil Joachim Gaucks Urteilskraft die DDR betreffend „durch persönliche Betroffenheit verständlicherweise beeinträchtigt“ sei, erklärt Micha Brumlik ihm die Hannah Arendt. Die hielt im Gegensatz zum freiheitsbesessenen Bürgerrechtler die totale Herrschaft für mit dem Tod der feindlichen Brüder Hitler und Stalin jeweils beendet. Brumliks Nachhilfeunterricht in Sachen Totalitarismustheorie, der als im Vergleich zum Hardliner Gauck gemäßigt wirken möchte, bezweckt recht eigentlich die Verbreitung noch schädlicherer Ideologie als Gauck sie im lustig geformten Kopf trägt. Denn ausgerechnet die DDR für ein fürchterliches Terrorregime halten zu wollen, erfordert wesentlich mehr Anstrengung, als gleiches auf die Sowjetunion nach Lenin und vor Chruschtschow beschränkt anzustellen, hatten die Deutschen von den „übermütig gewordenen Slawen“ (Wilhelm Zwo) doch tatsächlich allerhand zu befürchten, zum Beispiel Vergeltung für den eifrig unternommenen Versuch der „Beseitigung der lebenden Kräfte“ (Hitler) oder, gar schlimmer noch, Ansteckung mit dem undeutschen, weil von Natur aus untermenschlichen Sozialismus jüdisch-bolschewistischer, nicht National-Art. Die DDR, „auf jeden Fall nach 1961″ (Brumlik), komischerweise nicht ab Ulbrichts Entmachtung 1971, also spätestens nach Errichtung des allerschönsten Erdenwunders für Brumlik nicht länger stalinistisch, sei ja grausig genug gewesen, doch sie totalitär zu schimpfen, das sei übertrieben. Denn am Ende, aller guten Absicht zum Trotz, könnte doch einer merken, was für Blödsinn ihm eingetrichtert werden soll von den Freunden der total untotalitären Freiheitsfront.

    2. Es geht noch perfider. Deniz Yücel zeigt, wie die Totalitarismusgrütze auf antideutsch lautet. Ihm erscheint nicht Hitler, sondern Mussolini als Stalins Geschwisterchen. Gauck ist für ihn daher zu weit rechts, auch wenn er ihn noch keinen Antisemiten nennen mag. Anderen ist Gauck dann wieder zu weit links und in Wort und Tat nicht antikommunistisch genug zur rechten Zeit gewesen. Klar ist: Das ganze Pack, das Bundespräsident werden oder den richtigen Kandidaten bestimmen oder wenigstens den falschen ausschließen oder scheinradikal das Amt abschaffen oder den Wählerkreis ändern will, ist ekelhaft und politisch oder sonstwie zu nichts Vernünftigem zu gebrauchen. Seine Aufdringlichkeit erschwert, bei diesem Anlaß oder jenem, die Geduld zu bewahren, bis wieder über einen Ersten Sekretär eines Zentralkomitees berichtet wird.

  5. 5 Teddy 02. März 2012 um 14:24 Uhr

    Ob nun der oder der andere. Mir ist das sowas von egel.
    Sofern der Wulff sein Geld sogar weiter bekommt, hätte er die Arbeit (sofern man das so nennen mag) auch gleich weitermachen können. So ist nur wieder der Steuerzahler der Dumme und darf noch einen mehr bezahlen.
    Das Amt gehört aufgelöst.

  6. 6 maxlrainer 02. März 2012 um 23:30 Uhr

    Brav gesprochen deutscher Untertan aka Teddy Steuerzahler, der Dumme!

  7. 7 LW 17. April 2012 um 22:28 Uhr

    Gaucks linke Helfer:

    „Sie Sozialfaschismusthese und ihre praktische Anwendung ist eine der Gründe, warum 6 Millionen Juden verreckt sind.“

    (Thiel Schweiger, differenzierender antikommunistischer Neocommünist auf http://lavache.blogsport.de/2012/03/07/ein-kleiner-beitrag-zur-ob-wahl-am-11-maerz/#comment-16466)

  8. 8 maxlrainer 18. April 2012 um 15:02 Uhr

    Schon die Wortwahl 1a revisionistisch: nur wenn ThSch „verreckt sind“ – sprachlich scheinradikal, tatsächlich intransitiv und damit täterlos – schreibt, kann er die knoppmäßige Gleichsetzung und Aufrechnung z.B. mit verhungerten internierten Wehrmachtsoldaten implizieren – die Totalitarismusdoktrin und ihre labermäßige Anwendung!

  1. 1 refluks Trackback am 29. August 2013 um 1:57 Uhr
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