Europäische Linke

Die Liste der Parteien, die Mitglied der revisionistischen Europäischen Linke sind oder Beobachterstatus besitzen, verdeutlicht die Gefahr, die korrekt zu benennen mal wieder der KKE überlassen bleibt:

„Die EL hat ihr Lager gewählt, indem sie die EU und das Ausbeutungssystem unterstützt. Aus diesem Grund ist sie ein Werkzeug für die Abschaffung der kommunistischen Merkmale von kommunistischen Parteien sowie deren Mutation.“

Die DKP ist bislang kein Mitglied der EL, sondern hat Beobachterstatus, da der Kampf, ob die DKP in Deutschland die einzige kommunistische Partei bleiben oder eine weitere sozialdemokratische werden soll, noch nicht entschieden ist.

PS: Die Stellungnahme der KKE findet sich auf kominform.at, das, ähnlich der jW, schwer daran krankt, regelmäßig Kommunismus mit Antisemitismus zu verwechseln. Es ist schlichtweg unerträglich, wenn einerseits z.B. Texte von und über Hans Heinz Holz, andererseits aber widerlicher Schmutz wie der von Evelyn Hecht-Galinski verbreitet werden. Wer ihr zustimmt, soll bitteschön von schwuler Gewalt gegen Heterosexuelle sprechen, wenn Homophobe lesbische Frauen angreifen, soll mordende Rassisten mit Verweis auf türkische Kleinkriminelle verteidigen, soll den deutschen Faschismus ins Recht setzen, indem er von ursächlichen bolschewistischen Massenmorden raunt. Aber eins soll er gewiß nicht: sich für einen Kommunisten halten.


8 Antworten auf „Europäische Linke“


  1. 1 maxlrainer 31. März 2012 um 16:03 Uhr

    Man kann die Texte der KKE auch auf http://de.kke.gr/ und http://inter.kke.gr/ lesen, wenn einem gerade nicht danach ist, im antisemitischen und/oder revisionistischen Dreck nach Perlen zu suchen.

  2. 2 Stanislaw J. Hirschfeld 31. März 2012 um 16:33 Uhr

    Das weiß ich natürlich, die KKE, wie kominform.at, steht ja auch in meiner Linkliste. Etwas besseres als kominform.at kenne ich jedoch leider nicht und bezweifle auch, daß es sowas gibt. Und das allein sagt schon viel über den Zustand nicht nur der Linken in Deutschland, sondern auch der Kommunisten.

  3. 3 Felix Bartels 01. April 2012 um 1:16 Uhr

    Ich denke, das Problem ist praktisch nicht zu lösen. Die überwältigende Mehrheit der Linken (ob nun ML, gewerkschaftlich oder sonstwie orientiert) hat antisemitische Neigungen. Schernikaus Frage: Wie kommt die Scheiße in die Köpfe?, ist nur die theoretische Seite des Problem. Die praktische ist: Wie kriegt man die Scheiße aus den Köpfen?

    Übrigens ist es ja nicht nur die Relation, die bei EHG nicht stimmt. Sie lügt sich ein penetrant einseitiges Bild zusammen. Da stimmen also schon die Prämissen nicht. Das beginnt bei ihrer Ferndiagnose hinsichtlich des Attentats (das also, obgleich der Täter ausdrücklich das Gegenteil erklärte, nicht von Judenhaß motiviert gewesen sein soll), setzt sich fort über die Behauptung, die Hamas gebrauche palästinensische Kinder nicht als Schutzschilde (wie anders ist es denn zu bewerten, wenn Raketenabschußvorrichtungen auf Wohnhäusern, Munitionsdepots in Schulen eingerichtet werden?) und mündet schließlich in der Wahnvorstellung, der nachweisliche Anstieg antisemitischer Gewalttaten in den letzten zehn Jahren in Europa sei eine bloße Erfindung der vom Weltjudentum betriebenen Propaganda, um Juden nach Israel zu locken.

  4. 4 Stanislaw J. Hirschfeld 01. April 2012 um 10:55 Uhr

    Das Problem ist gerade praktisch zu lösen. Da es offenbar nicht ausreicht, die marxistischen Klassiker zu studieren, um besseres zu tun zu haben als antisemitischen Wahn zu pflegen, sondern stattdessen in kommunistisches Gewand gehüllt umso unschuldiger (in Worten oder gleich handgreiflich) gegen Juden vorgegangen werden kann, muß gefragt werden, womit Proletarier sich zu beschäftigen gezwungen sein müssten, um vernünftig zu handeln. Wie also muß die Situation beschaffen sein, damit aus der richtigen Theorie richtige Praxis entwickelt werden kann? Ein Blick auf die KKE schafft Klärung: Noch 2006 benahm sie sich so, als habe sie Freudentränen in Evelyn Hecht-Galinskis und Ahmadinedschads Augen zu treiben sich zum Ziel gesetzt. Heute sieht die Sache doch deutlich anders aus. Und das nicht, weil die griechischen Kommunisten in sich gegangen wären und bei der Inventur den wissenschaftlichen Sozialismus wiederentdeckt hätten. Es verhält sich umgekehrt. Sie entdeckten den wissenschaftlichen Sozialismus wieder, weil sie mussten, denn die Situation ist heute revolutionär. Wer jetzt und überhaupt Klassenkampf führen will, der kann einfach nicht ausweichen auf Juden/Zionisten/Israel, wenn der Hauptfeind im eigenen Land und seine Unterstützung drumherum steht und das jeder weiß (bzw. leichter wissen kann als sonst) und am eigenen Leib zu spüren bekommt. Je revolutionärer die Situation, desto unwahrscheinlicher das Abrutschen in reaktionäre Ideologie, jedenfalls solange die Kommunistische Partei ihren Namen berechtigt tragen möchte. Dann benötigt sie revolutionäre Theorie, kein pseudorevolutionäres Wahnsystem. Je weniger revolutionär die Situation, desto größer die Versuchung, wenigstens revolutionär sich zu gebärden, wenn revolutionär zu handeln nicht drin ist und Geduld und Wille fehlen, die revolutionäre Situation herbeizuführen. Dann bleibt, wie hierzulande weiterhin, als reinstes Destillat des isolierten, aus dem Ganzen herausgebrochenen Antiimperialismus, der Antisemitismus.

  5. 5 Felix Bartels 01. April 2012 um 12:03 Uhr

    Irgendwas ist dran an dem, was Sie sagen, ich will den Zusammenhang zwischen Geist und Umständen nicht leugnen, auch wenn er konkret nur mittels komplizierter Vermittlung beschreibbar ist und natürlich nicht nur als adäquates, sondern auch als widersprüchliches Verhältnis auftreten kann. Dennoch ist meine Vermutung, daß es ohne gründliche Schnitte in der politischen Bewegung nicht gehen wird. Es ist im Grunde eine Personalfrage. Die Köpfe, in denen die Scheiße einmal drin ist, sind ja gerade dieselben, aus denen sie am schwierigsten wieder rausgeht. Ich will damit sagen, daß all diese Idioten, die heute bei antiimperialista.org, junge Welt, NhRZ, RotFuchs, Offensiv etc. etc. ihren judenfresserischen Dreck absondern, nicht einfach Vernunft annehmen werden, nur weil die Umstände sich ändern. Dazu müßten sie die Fähigkeit besitzen, auf Wirklichkeit zu reagieren. Gerade aber, daß sie das nicht können, ist ja die hauptsächliche Ursache ihrer autistischen Position gegenüber Israel.

  6. 6 LW 01. April 2012 um 15:12 Uhr

    „Es gibt keine formulierbare Maxime für richtige Taktik. Es gibt nur einzelne Lagen und richtiges Handeln in ihnen, das zum Erfolg führt.

    Für die konkrete Situation halte ich, daß weder die PDS noch die DKP zu retten sind. Es haben sich viele linke Parteien in rechte verwandelt, aber noch niemals eine rechte in eine linke. Die revisionistische Führung, die in beiden Parteien institutionalisiert ist, ist impermeabel und geht nicht zu stürzen.

    In beiden Parteien gibt es kommunistische Mitglieder. Die Mitglieder kann man gewinnen, die Parteien sind nicht mehr zu haben. Es gibt, glaube ich, in Westdeutschland weniger Kommunisten als in der DDR, deren Bewohner von der SED erzogen sind. Unter den Autonomen oder den ‚konkret‘-lesern gibt es keine Linken“

    (Peter Hacks am 27.12.2000, in: Am Ende verstehen sie es, S.71)

    „Über die ‚junge Welt‘ sollten Sie sich nicht mehr wundern […] (Auslassung im Original, wohl zuviel Wahrheit, daher vom Herausgeber A. Thiele zensiert), Antistalinismus war und ist die Leitidee dieses Periodikums vor und nach Koschmieder […] (Auslassung im Original, s.o.). Natürlich wird das Blatt dennoch zur Kenntnis genommen. in radikalen Analysen hat sich der Trotzkism, wenn er sich nicht gerade bei den Faschisten oder Sozialdemokraten tummelte, immer gefallen.“

    (Peter Hacks am 3.3.2003 an Kurt Gossweiler, in: Am Ende verstehen sie es, S.194f.)

    „Je weniger revolutionär die Situation, desto größer die Versuchung, wenigstens revolutionär sich zu gebärden, wenn revolutionär zu handeln nicht drin ist und Geduld und Wille fehlen, die revolutionäre Situation herbeizuführen.“

    Das ist ein wichtiger Punkt, der mir auch schon aufgefallen ist: je weniger es zu TUN gibt (was hierzulande vor allem heisst: je weniger man tun MÖCHTE), desto mehr unnötiger neurotisch-theoretisierender Stuss wird fabriziert, bis man endgültig im Esoterik-Keller einer der reaktionären (Wert-)Kritiken versumpft ist und gar nichts mehr von der Welt mitbekommt.

    „Die praktische ist: Wie kriegt man die Scheiße aus den Köpfen?“ (Felix Bartels)

    Das frage ich mich auch immer, wenn ich den Bartels-Blog lese.

  7. 7 Felix Bartels 01. April 2012 um 23:22 Uhr

    Ich mag Ihre verkappten Liebeserklärungen ja irgendwie. Sie sind einmal der Uli Hoeneß der Deutschen Linken. Leider sehen Sie nicht so gut aus …

  8. 8 Stanislaw J. Hirschfeld 05. April 2012 um 21:21 Uhr

    1. Grass schreibt etwas, das er als Gedicht ausgibt. Dieses Etwas stehe in einer Reihe mit Werken von Walther von der Vogelweide, Heinrich Heine und Bertolt Brecht, meint er. Weil er es ist, der das meint, weiß jeder, der weiß, wer Grass ist, daß dem mitnichten so ist.

    2. Grass schreibt einen antisemitischen Text, in dem steht, er habe diesen Text lange nicht geschrieben, weil er nicht als der Antisemit bezeichnet werden wollte, der er eben ist. Nun wird der berechnende Antisemit einen Antisemiten genannt. Das gibt er aus als Beweis für die jüdische Weltverschwörung, die offen anzuprangern er sich aus Berechnung verkneift.

    3. Beifall und Zustimmung erhält der Antisemit von Ahmadinedschad und seinen Schergen, von SPD- und anderen Nazis, von der jungen Welt, kominform.at und tausenden anderen Antisemiten.

    4. Weil er nicht nur Beifall und Zustimmung erhält, beklagt er Nazimethoden. Daß er selber wie ein Nazi schreibt und spricht, ist ihm egal. Das nimmt nicht wunder, er ist ja auch immer einer gewesen.

    5. Wer Nazis Beifall spendet und mit Zustimmung unterstützt, hat deutlich genug gezeigt, was er anstrebt (herzlichen Dank an dieser Stelle für das Schaffen weiterer Klarheit!), und darf sich noch heute am nächstgelegenen Laternenpfahl aufhängen oder im Keller eine Kugel durch’s mißbrauchte Gehirn jagen.

    Fußnote: Was muß ein Antisemit aussprechen, damit er zweifelsfrei als ein Antisemit erkennbar wird? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, aber kaum eine, die so sicher ist wie diese: Der Antisemit ärgert sich lautstark, weil er nicht sagen könne, was er sagen wolle, da er sonst mindestens als Antisemit bezeichnet oder mit der sogenannten „Antisemitismuskeule“ (A. Hitler) bedroht werden würde. Dann sagt er genau das, was er eben noch nicht sich traute auszusprechen.

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