Archiv für Oktober 2012

Critical Whiteness und ihre Kritiker

Das Thema Critical Whiteness, das für mich keines ist, beschäftigt neben den Eukaryoten von Blogsport auch die mindestens zweitblödeste JW, die Jungle World; deren Leser Andie K. fühlt sich prompt animiert, der ersten belanglosen Meinung eine weitere hinzuzugesellen, was dann so aussieht:
„Entlang der Auseinandersetzungen mit den Theorie-Taliban_innen offenbart sich vor allem die selbstverschuldete Schwäche der verschiedenen politischen Milieus. Das zustimmende Unterwerfen unter den stalinistischen Wahn dieser CW-Kleinstbanden ist peinlich, denn hier sind lediglich eine paar Leute damit beschäftigt, eine Theorie zu importieren und wirkmächtig zu machen, um anschließend als Lehrbeauftragte, Autor_innen und Kongress-Schlaumeier_innen eine staatlich bezuschusste Nischen-Ökonomie zu bekommen. Ein ›safer space für People of Color‹ und ›ein Zeugnis mangelnder awareness‹, was für ein peinlich bemühter Singsang. Deutsche Linke sind und bleiben vor allem eines: deutsch.“
Zusammengefasst handelt es sich bei den Anhängern der Critical Whiteness also um stalinistisch-talibanistische opportunistische Szeneusurpatoren mit deutscher Neurose. Bei aller Liebe für gepfefferte Denunzierungen, das ist zuviel. Denn, mit Verlaub: Stalinisten ging es niemals und nirgends um Anerkennung im Betrieb, jedenfalls nicht als Selbstzweck. Uns geht es vielmehr um den Sozialismus. Critical Whiteness und Andies antideutsches Phrasengedresche können dabei unmöglich als dienlich betrachtet werden, Maurer hingegen schon (u.a. zwecks Sicherung der Option „an die Wand“ [Lenin] sowie der Wiedererrichtung revolutionsabsichernder Baukunstwerke). Die schreiben zudem, in aller Regel, weder Artikel noch Leserbriefe. Andie K. übrigens ist ein selbsthassender Linksdeutscher mit peinlicher Vergangenheit als Lehramtsstudienabbrecher mit peinlichem Samenstau und peinlichem Worterbrechen, der geisteszerstört genug ist, um seinesgleichen ausgerechnet all das vorwurfsvoll zu neiden, woran er leider selbst bislang nicht zu vergehen bereit sich zeigte: inkredible Irrelevanz, Papageiensprache, Subkulturversumpfung und vor allem ein pervers aufgeblähtes Schamgefühl.

Verpasste Chance

Wenn die Antideutsche Aktion Berlin schon Aufkleber verbreitet gegen „Islamismus, Nationalsozialismus, und Stalinismus“, warum ist sie dann nicht so reizend und bietet gleich noch welche gegen „Pest, Cholera und Antibiotika“ an? Gerne auch mit, einer Extraportion Satzzeichen!!!

Artikel wie verbrannte Kornfelder

Von Mo Yan hatte ich bis zum heutigen Nachmittag nicht gehört, keinen einzigen seiner Sätz habe ich gelesen. Doch jetzt ist dieser Mo Yan in der ganzen Welt bekannt, da er einen Preis erhalten hat, den vor ihm schon Herta Müller und ein penetranter Nazi annahmen. Vom Preis soll nicht weiter groß die Rede sein, er ist wertlos. Er belohnt keine künstlerische Leistung, sonst hätte Grass ihn nicht bekommen. Er belohnt keine Wahrheitsliebe, sonst hätte Solschenizyn ihn nicht bekommen. Und anscheinend belohnt er auch keine dissidente Haltung, denn Mo Yan hat ihn schließlich bekommen. Hierzulande wird in den nächsten paar Tagen von Mo Yans Anpassung an die unmenschliche Diktatur Chinas ein wenig gesprochen und viel geschrieben werden. Von Literatur redet im neudeutschen Reich ohnehin niemand. Vor allem nicht, wenn gerade ein belangloser Preis verliehen wurde. Dann werden lieber sinnlose Wortketten („handlungsprall, volkstümlich, von einer bildsatten, sinnlichen Sprache, äußerst umfangreich“) gebildet, die Kenntnis simulieren sollen, aber nicht können.

Falsch fernsehen

Nach „Dresden“, „Die Sturmflut“, „Der Tunnel“, „Stauffenberg“, „Hindenburg“, „Der Turm“ und „Rommel“ versorgen Mojto und Hofmann das Volk bald mit acht Folgen Hitler – kein Ende der Produktion „deutscher fiktionaler Geschichtsstoffe“ also, puh. Erstaunlicherweise soll sich das Zeug sehr gut ins Ausland verkaufen lassen. Oder, wie es bei Spiegel Online neckisch-geschichtsbewußt heißt: „Eine gute Führer-Produktion lässt sich exportieren.“

Richtig fernsehen

Statt Wetten, dass..? ohne Dirk Bach lieber Knowing Me Knowing You with Alan Partridge!

Vom Untergang niederer Printmedien

Der Kapitalismus hat womöglich fast geschafft, woran Antideutsche und andere Kritiker scheiterten: die Tageszeitung für linke Antisemiten und antiwestliche Paranoiker junge Welt am Erscheinen zu hindern. Nun freuen sich die Torsuns dieser Welt des Schadens, der doch auch ihr eigener ist. Denn jämmerliche Betteleien hat die junge Welt nicht erfunden, die Jungle World kann das längst schon besser. Kommunisten, die bekanntlich weder dieser noch jener JW zugeneigt sind, seufzen nun höchstens müde, wissen sie doch um die Eigentümlichkeit des Kapitalismus, die Bedingung der Möglichkeit verblödeter Papierverschwendung nur hervorzubringen, um sie darauf einzukassieren. Und lesen ohnehin lieber die FAZ.