Weltuntergang

Heute war nahezu jeder ironisch. Kaum jemand, dem nicht ein gehässiges Witzchen einfiel auf Kosten derer, die offen zugaben, den angekündigten Weltuntergang zu fürchten. Jetzt, abends, sitzen sie zuhause und atmen heimlich auf, erleichtert. Anscheinend hatte ich recht, die Welt schwimmt noch obenauf, wie Fettaugen auf der Brühe, gottseidank. Dem ein oder anderen schleicht ein häßlicher Gedanke ins Gehirn. Was, fragt der schief grinsende Gedankengnom, was, wenn die Welt längst schon untergeht? Was wäre, wenn DU noch nie eine nicht im Untergang befindliche Welt gekannt hättest? Der Gnom beharrt auf seine Frage, bohrt weiter, reißt an Nervensträngen und schubst Hirnzellen herum. Zu spät bemerkt er die Gefahr und schon hat ihn der Alltagsunverstand erwischt, erschlagen, platt gemacht. Endlich Wochenende, fast Weihnachten, geschissen auf beunruhigende friedenstörende Störenfriede. Alles ist gut, frohes Fest.


5 Antworten auf „Weltuntergang“


  1. 1 Rosa-Marie 21. Dezember 2012 um 21:56 Uhr

    Ich muss sagen, dass ich keinen einzigen Menschen kenne, der auch nur ansatzweise an den Weltuntergangsmythos geglaubt oder es auch nur für möglich gehalten hatte.

  2. 2 Stanislaw J. Hirschfeld 21. Dezember 2012 um 22:13 Uhr

    Wem fällt ein noch dämlicherer Kommentar ein?

  3. 3 Felix Bartels 22. Dezember 2012 um 14:31 Uhr

    Mir: Gnome gibs doch nur im Märchen, Herr Hirschfeld!

  4. 4 Knierim 20. Januar 2013 um 13:26 Uhr

    Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
    D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
    Ein Komet reist ohne Unterlaß
    Um am Firmament und hat kein’ Paß;
    Und jetzt richt’ a so a Vagabund
    Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund;
    Aber lass’n ma das, wie’s oben steht,
    Auch unt’ sieht man, dass ’s auf ’n Ruin losgeht.

    Abends traut man ins G’wölb sich nicht hinein
    Vor Glanz, denn sie richten s’ wie d’ Feentempel ein;
    Der Zauberer Luxus schaut blendend hervur,
    Die böse Fee Krida sperrt nacher ’s G’wölb’ zur.
    Da wird einem halt angst und bang,
    Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang, lang, lang, lang, lang, lang.

  5. 5 DWR 27. Januar 2013 um 15:53 Uhr

    Als Mensch, der nicht nur an den Mythos vom Weltuntergang glaubt, sondern ihn sogar quasi vor der Haustür stehen sieht mit einem äffischen Grinsen und zwei Sensen zwischen den Zähnen usw., fält dazu noch ein, dass es eigentlich ein Euphemismus ist, wie ja schon im Artikel steht, sich die Apokalypse als ZeitPUNKT vorzustellen. Nein! Die Apokalypse ist eine Epoche und trägt den Namen bürgerliche Gesellschaft!

    Damit wäre auch der leidige Vorwurf an Marxisten, sie würden seit über einem Jahrhundert schon die Apokalypse herbeiphantasieren, ohne dass sie je wirklich eingetreten wäre – zuletzt erhoben vom Demenzgnom Wolfgang Pohrt –, endlich ausgeräumt.

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