Archiv der Kategorie 'Pop'

Edgar Wasser – Tecla hat gesagt

Die Rote

„Pop gehört aufs Majorlabel, Erfolg ist mir definitiv wichtig.“ (Eleanor Jackson)

Zum Irrsinn des Jetzt gehört die Idealisierung des Scheiterns oder gar völlige Anspruchslosigkeit wie Unfalltote zum Straßenverkehr, daher ist es umso angenehmer, wenn eine Künstlerin wie Elly Jackson, die mit Ben Langmaid La Roux bildet, sich dem Terror der untalentierten Unterdurchschnittspenner nicht anpaßt, sondern sagt, worum es zu gehen hat: Große Hallen füllen, abertausende Platten verkaufen und dem menschenunwürdigen Pseudoleben im Siff, das der ganz zu recht ewig unbekannte Antialleswasgutistpöbel als höchstes Gut anpreist, entgehen, sobald es denn möglich ist. Was Ms. Jackson als relevantes Kriterium für Pop angibt, ist etwas, das auch und gerade für alles Politische angestrebt werden muß, damit es real politisch und damit ökonomisch etc. wirksam wird. Erfolg will der vernünftige Kommunist haben, weil er sich und seine Interessen ernst nimmt, zu seinen Mitteln gehört Realpolitik, die das Gegenteil von Kritik darstellt. Nicht von ungefähr wird von Seiten des Debattier(anti)kommunismus gerne rumgeflennt, das sogenannte „Erfolgsargument“ gehöre sich nicht, denn wer etwas tut, macht sich schmutzig statt reine Kritik zu pflegen. Vor solchen Leuten müssen Revolutionäre sich hüten, denn die sind imstande, eine Revolution lieber zu verhindern und Marxisten-Leninisten-Stalinisten in den Rücken zu schießen, falls diese unaufmerksam sind, als sich der Gefahr auszusetzen, ausnahmsweise mal was erreicht zu sehen, das ihren hirngefickten Idealen natürlich nicht entspricht, da jeder im Aufbau begriffene Sozialismus notwendig nichtidentisch mit Kommunismus sein muß und wird. Diesen Deppen sei der sexuell offensichtlich schwer verwirrte Rocko Schamoni nahegelegt, der dieselbe bekloppte Haltung an den Tag legt wie sie:

„Ich fand Erfolg immer unsexy.“

laroux

Placebo: Speak In Tongues

Kitty came back home from on the island
But kitty came on home without a name
She and me’s history of violence
But I long and burn to touch her just the same

So we both can speak in tongues
So we both can speak in tongues

Every single sense in me is heightened
There is nothing left inside to rearrange
And like a slave to history and science
I long, I burn to touch you just the same

So we both can speak in tongues
So we both can speak in tongues

Until the universe is done
And the course of time has run
So we both can speak in tongues

Don‘t let them have their way
Don‘t let them have their way
You‘re beautiful and so blasé
So please don‘t let them have their way
Don‘t fall back into the decay
There is no law we must obey
So please don‘t let them have their way
Don‘t give in to yesterday

We can build a new tomorrow – today
We can build a new tomorrow – today
We can build a new tomorrow – today
We can build a new tomorrow – today, today, today

Eine Verneigung.

Schernikau! Schlager! Rosenberg!

Ronald M. Schernikau, der derzeit vermutlich deswegen so beliebt ist, weil er längst begraben wurde, hat einiges gemeinsam mit Peter Hacks. Beide waren herausragende Schriftsteller, beide gingen vernünftigerweise in die DDR, beide schrieben Schlagertexte, Hacks für Lale Andersen, Schernikau für Marianne Rosenberg. Für Freunde des miserablen Schauspielers und Ex-Alzheimerpatienten Ronald „Star Wars“ Reagan ist der Song „Amerika“ nicht geeignet, für antideutsche Imperialismusbegeisterte leider auch nicht. Die an Schernikaus Œuvre Interessierten dürften hiermit eine ihnen womöglich bisher unbekannte Seite des Genies entdecken. Wie auch immer, Bühne frei, believe the hype!

Marianne Rosenberg – Amerika (MP3)
Marianne Rosenberg – Amerika (Text)

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