Archiv der Kategorie 'Realer Horror'

1968 – 2011: Eine kurze Geschichte der Zombies

Mit Night of the Living Dead erschienen 1968 die Zombies des späten Imperialismus auf der Leinwand – deutlich unterscheidbar von den Zombies der Kolonialisierten, aber auch den frühen imperialistischen. Sie waren gekommen, um zu bleiben, denn in der Hölle war kein Platz mehr und ist es bis heute nicht. Die Untoten wandeln seither tags wie nachts auf diesem Planeten und machen keine Anstalten, sich wieder zu verziehen. Im Gegenteil, mittlerweile ist der Horrorfilm mit Zombies keine bizarre Randerscheinung mehr für fehlgeleitete Jugendliche, die keinen Fick, aber Akne abgekriegt haben, sondern wird an Universitäten genauso wie auf Schulhöfen besprochen. Sogar eine Fernsehserie, The Walking Dead, startete letztes Jahr in den USA, die Comic-Hefte, auf denen sie basiert, werden weiterhin fortgesetzt. Der spazierende Kadaver gehört also zum Alltag, dieser wäre ohne jenen nicht mehr vorstellbar. Das allerdings ist kein Zufall, keine der vorübergehenden Moden, wie sie in der an Belanglosigkeiten reichen Populärkultur üblich ist.

Als die Zombies ihren unaufhaltsamen Siegeszug antraten, war es dem Fortschritt bereits an den Kragen gegangen. In der Sowjetunion ersetzte Nikita Chruschtschow Josef Stalin und leitete sofort die sogenannte Entstalinisierung ein, was nichts anderes als den Beginn des Endes wirklichen Sozialismus in größerem Maßstab bedeutete. Der Revisionismus griff um sich, so unaufhaltsam wie eine Horde hungriger Leichen. Neue Linke im Westen und Chinas Linksabweichler komplettierten das Bild, bis Gorbatschow den letzten entscheidenden Rückschritt vollzog. Nun war der Kapitalismus so global geworden wie nur irgend möglich – die spärlichen, unwesentlichen Ausnahmen bestätigen die Regel – bei gleichzeitigem Eintreten der Leichenstarre. Hatten die sozialistischen Errungenschaften noch die Staaten des Kapitals manche Härten abzumildern gezwungen, um den Antikommunismus der Untertanen nicht infrage zu stellen, war damit die Zeit der allgemeinen Entsagung angebrochen, bis es zum Skandal werden konnte, wenn sich die Vorsitzende einer linken Partei Gedanken über einen antistalinistischen Kommunismus macht oder ein kriegführender Friedensnobelpreisträger Krankenversicherungen für jedermann durchzusetzen versucht. Auch ein arbeiterfeindlicher Reaktionär wie Bismarck müsste sich heute vor dem vergesellschafteten McCarthyism hüten.

Während also die Manifestation der Vernunft im Schwinden begriffen war und das Kapital seinem Wesen entsprechend alle Grenzen einebnete, wanderte der Zombie aus verruchten Schatten ins grelle Licht der Öffentlichkeit und wandelte sich vom Schockzustand auslösenden Ungeheuer zum liebgewonnenen Begleiter, was nichts anderes heißen kann, als daß die, die ihn anschauen, ihm längst zu gleich geworden sind, um sich von Ihresgleichen noch ins Bockshorn jagen zu lassen. Wenn Zombies in erfolgreichen Serien auftreten, nicht mehr bloß in Filmen für Liebhaber obskurer Unterhaltung, die in eigenen Bereichen der Videotheken versteckt werden, sind sie im Grunde nicht mehr zu unterscheiden von den Figuren in GZSZ oder den eigenen Kollegen, Nachbarn, Verwandten genauso wie den Bossen, Aktionären, Regierenden. Wo keiner mehr lebendig ist, da macht es keinen Sinn von Klassen zu sprechen, da niemand mehr den Klassenwiderspruch zu denken und fühlen fähig ist. Das ist genau der Zustand, wenn der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit negativ aufgehoben ist in der Milliarden umfassenden Rotte Untoter. Die Zombies: das sind die Leute im objektiven Faschismus.

Wenn der Wirtschaftsprofessor Max Otte im Interview mit der Zeitschrift konkret meint, es habe „in den letzten Jahren zu viele Endzeitfilme gegeben“, dann begreift er nicht, daß es längst gar keine anderen mehr gibt und geben kann, weil jeder Film notwendig die Endzeit widerspiegeln muß, in der und von der er hervorgebracht wird. Die fortschrittlichen Kräfte der bürgerlichen Gesellschaft sind nämlich längst zur vollen Entfaltung gekommen, jetzt wird wieder zusammengefaltet. Oder anders: Die Zombies müssen ihre Ernährung umstellen und sich eben gegenseitig fressen, bis die Linke in ihrer einzigen zukunftsfähigen Gestalt als Bolschewismus ihre vorübergehende Niederlage verkraftet haben wird, um gestärkt neu zu erstehen. Denn wie aus Sein Nichts wurde, wird aus Nichts Sein werden.

zombiezombie

Wertmord auf Long Island

In der Nähe des Ocean Parkway auf Long Island wurden mittlerweile bereits acht Frauenleichen gefunden, die Polizei geht von dem Werk eines Serienmörders aus. Doch wie die Zeitung für Wohlhabende FAZ berichtet, ist das wirklich Fruchtbare eine Folge der Entdeckungen, die das Platzen der Immobilienblase weit in den Schatten stellt:

„Besonders hart getroffen sind die Anwohner von Oak Beach: Sie müssen nicht nur damit leben, dass schon bald vermutlich weitere Opfer des Serienmörders zu Tage kommen werden. Sie befürchten auch schon jetzt, dass die Besucher in diesem Sommer ausbleiben werden. Zugleich ist der Wert ihrer Häuser seit Dezember stark gesunken: Häuser, die früher für eine Million Dollar verkauft wurden, liegen nun nur noch bei etwa 600 000.“

Die armen Leute! Hätte der Killer nicht Erbarmen mit ihnen haben und die Körper der Toten irgendwo verscharren können, wo bloß obdachlose Asoziale hausen? bzw. nicht hausen, weil sie ja keine Anwesen (mehr) besitzen, deren Wert sinken könnte. Wie auch immer, er hatte nicht, wodurch die Geschädigten sich nun wünschen, auch sie hätten längst schon ihren Wohnsitz in einer der reizenden Zeltstädte oder bezaubernden Trailerparks bezogen, wäre ihnen so doch der schreckliche Verlust erspart geblieben. Nun wissen sie und weiß mit ihnen die Welt: Serienmörder sind unangenehme Zeitgenossen.

oak beach

Post vom Feind

Freundliche Post flatterte uns in Folge des den Tolerance Day betreffenden offenen Briefleins an pro7 ins marxistisch-leninistische Geheimversteck:

„Pro Sieben hat recht, wir sollten tolleranter sein.
Wir sollten auf die Knie gehen wenn wir einen Musel begegnen, ihm die Füsse küssen und ihm unsere Geldbörse schenken.
Wir sollten jeden Musel von vorne bis hinten bedienen,
ihm freiwillig unsere Töchter zum vergewaltigen zur Verfügung stellen,dabei zuschauen und klatschen!!!!
Jeder Deutsche sollte nicht für sich und seine Familie arbeiten gehen sondern für den Miri Clan!!!
Wir sollten uns freuen wenn wir auf dem Boden liegend fast zu tote getreten, als scheiss Kartoffel bezeichnet werden und rufen: „Ja, ich habs geschafft, ich werde Kulturbereichert.Ich bin tollerant!“ und um noch toleranter zu sein,sollten wir danach sterben und nicht wie sonst ein lebenlang invalide sein.
Nein… Pro Sieben hat recht: wir MÜSSEN tolleranter werden!!“

So sind sie, die arbeitsamen Scheißkartoffeln, tollwütig geifernd, bis über den Rand, den sie nie halten können, mit in lustvoll-schauderndem Ton vorgetragenen Perversionen angefüllt, die immer auf Andere projiziert werden müssen, und der Sprache ihrer so hermetisch abgeriegelten wie imaginierten Kulturnation so wenig mächtig, daß man sie anhand ihres in an Schriftform entfernt Erinnerndem Erbrochenen von unproduktiven Gemüsehändlern beim besten Willen nicht unterscheiden könnte – wäre da nicht das unverwechselbare weinerliche Opfergehabe, das den Deutschen schon immer einzigartig machte.

Tolerance Day

Hi Pro7,

für einen Fernsehsender bist Du ja echt ziemlich ok, schließlich zeigst Du zwei Folgen der Simpsons pro Tag. Und eigentlich ist Dein aufdringlich angekündigter Tolerance Day mit virtueller Menschenkette und all dem anderen weltoffenen neodeutschen Krams immerhin gut gemeint und so, jedenfalls wenigstens harmlos. Könnte man denken. Stimmt natürlich nicht. Denn zum einen werden die von Dir geplanten Sendungen allesamt vorhersehbar strunzdoof und unerträglich sein, wenn „Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund Fragen aus dem offiziellen deutschen Einbürgerungstest“ beantworten bzw. eben nicht beantworten werden, gnihihihi… Oder wenn Du eine original deutsche Frau mit Kopftuch, also quasi als weiblicher Günter Wallraff, losschickst, so als wäre Rassismus hierzulande etwas, das man erst entdecken müsste. Oder wenn Du den für Schülerverdummung gedrehten Faschismusverharmlosungsfilm „Die Welle“ ausstrahlst. Oder, oder, oder. Zum anderen aber machst Du mit Deinem Toleranztag Werbung für die unsäglichen Söhne Mannheims. Und da hört die Toleranz aber wirklich auf!

Hart urteilend statt vorurteilsfrei mitmachend,

Dein Stanislaw Hirschfeld

Und wo ich schon von Euch spreche, Söhne Mannheims:

Auf besagter Tolerance Day-Webseite fragt Pro7, ob es denn wahr sei, „dass die neue Single der Söhne Mannheim ab dem 8. April 2011 im Handel erhältlich ist? Und ist es wahr, dass die Single auch als Song für den Tolerance Day ausgewählt wurde?“ Da frage ich Euch bei dieser Gelegenheit gleich auch mal was: Ist es wahr, daß Ihr irre belanglosen Fahrstuhldudelmusiklangweiler Euer sanftes antidiskriminierendes Image nur deswegen habt, damit pflichtschuldig betroffene (oder eher: sich zu recht ertappt fühlende) Mitglieder des hiesigen Mehrheitspöbels Geld für allerseichtesten, pseudotiefsinnigen Pop-Mist ausgeben? Und Ihr daher auf Rassismus und national befreite Zonen sowie die darauf aufbauende Gutmenschenkulturindustrie dringend angewiesen seid, weil wegen der von Euch hergestellten Klänge nun wirklich niemand Bares von seinem Geldbeutel in Euren wandern lassen würde? „Ja, es ist wahr!“ Dachte sich schon:

Euer wahrhaftiger Hirschfeld

Der kommende Aufschwung

„[Der japanische Premierminister Naoto] Kan erwartet, dass Japan nun einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben werde wie die Vereinigten Staaten unter dem «New Deal» von Präsident Franklin Delano Roosevelt in den dreißiger Jahren. Das Erdbeben werde schon bald durch den Wiederaufbau in den betroffenen Regionen große Nachfrage schaffen. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, forderte der Premier die Bevölkerung auf, die Wirtschaftslage weniger pessimistisch zu sehen.“ (dpa am 13.03.2011)

Die nur scheinbar völlig irrationale Lust am Untergang speist sich aus dem Wissen, daß die Katastrophe immer auch Chancen hervorbringt. Der Deutsche mag sich erinnern: Wenn es für heldenhafte Trümmerfrauen, für goldene Wirtschaftswunderzeiten eben Trümmer braucht, dann darf das Unglück fiebrig herbeigesehnt werden. Die drohende Apokalypse wird zur sehnlich erwarteten Bedingung der Besserung, Gebrauchswerte stören viel eher als Mangel an ihnen. Die letzten Tage der Menschheit sind eigentlich die Vorwehen der Herrschaft des Prinzips totaler Verzombieierung.

Last Exit

Endlich ist es soweit, Deutschland hat seinen ersten islamistischen Terroranschlag erlebt. Dabei ging im Grunde alles gut. Die Opfer sind Soldaten der ungeliebten USA, die sich gerade auf dem Weg nach Afghanisten befanden, denen womöglich von dauerbetroffenen Antikriegsdeutschen, deren verzerrte Weltanschauung gerne mit der todesgeiler Islamisten übereinstimmt, noch ein „Das geschieht euch ganz recht“ nachgerufen werden wird. Und der Täter ist ein vom Internet radikalisierter Einzeltäter (oder auch nicht), was so oder so die Angst vor spinnennetzartigen Querverbingungen jihadistischer Fremder nicht mindern wird und gleichzeitig genügend Argumente bietet für die Einführung bzw. Ausweitung der Überwachung von jedem, der einen Computer bedienen kann und vor dem Frühstück „Alhamdulillah-hillathee ah-yana ba‘da ma ama tana wa ilayhi nushoor“ bei Facebook schreibt. Dementsprechend sagte ein zufriedener Beamter, dessen Name leider unbekannt blieb:

„Es hätte schlimmer kommen können.“

Arid U., wie der 21-jährige Killerzombie anscheinend heißt, kommt übrigens aus Sossenheim, einem der widerlichsten Flecken der Welt, bekannt gemacht durch Chlodwig Poth, der nun auch bald sieben Jahre tot ist. Sossenheim existiert leider weiter.

last exit

Gegen den Wahnsinn Esra Ayse Onus‘

„Wir können froh sein, dass es sowas wie den Deutschen Idealismus und vor allem die Weimarer Klassik, die die Deutsche Romantik kennzeichnet, gab.“ (Esra Ayse Onus)

Wie kann jemand nur so verwirrt sein und seine Konfusion derart frei von Selbstbewußtsein, doch voller Selbstvertrauen in den eigenen, nicht vorhandenen Geist entblößen?

schillerddr

Dialektik der Aufklärung

„Sehen Sie sich den Widerstand gegen Hitler an – in dieser Gruppe gab es natürlich auch viele sogenannte Bürgerliche, aber eben doch überproportional viele Adlige. Und das hat nichts damit zu tun, dass Adlige per se anständig wären, sondern dass sie einfach wissen, wie sie geprägt wurden, welche Werte und Maßstäbe in ihren Familien seit Generationen gelten. Es gibt bestimmte Dinge, die niemand aus meiner Familie je tun oder unterstützen würde.“ (Florian Maria Georg Christian Graf Henckel von Donnersmarck, Antifaschist, denn Adel verpflichtet)

Die im Zeichen der Aufklärung vollbrachten Klassenkämpfe entzogen im Ergebnis dem Adel sein Privileg auf Herrschaft. Die bürgerliche Gesellschaft rutschte nach Donnersmarck mangels seit Generationen geltender Werte und Maßstäbe in den Faschismus ab, vor allem die Adligen waren nun dank des Bewußtseins ihrer Prägung bestimmt, Widerstand zu leisten. Für die Ehrenrettung des Adels ist sich Donnersmarck nicht zu schade bzw. tatsächlich blöd genug, Ursache (vgl. Dimitroff) und Bedingung des Faschismus (bürgerliche Gesellschaft) in eins zu setzen, um triumphierend den Adel als Austreiber der Geister hochleben zu lassen, die die „sogenannten Bürgerlichen“ gerufen hatten!

Wäre Donnersmarck nicht so kultiviert (Werte! Maßstäbe! Seit Generationen!), klänge er wohl so: „Scheiß Fortschritt, hast den Adel entmachtet und damit den Faschismus ermöglicht! Und wer musste Deinen Fehler wieder ausbügeln, na? Genau, die Adligen wieder! Wie bitte, was plärrt der sogenannte bürgerliche Pöbel jetzt von wegen Deutsche Adelsgesellschaft? Das war eine lupenreine Widerstandsorganisation, was denn sonst?“

Lassen wir den 1. Vorsitzenden der DAG zu Wort kommen, der die monarchistische Opposition zum völkisch orientierten Adel anführte und trotzdem solche Sachen sagte wie diese:

„Rasse und Adel sind ja verwandte Begriffe oder sollten es zumindest sein.“ (Friedrich Wilhelm Bernhard von Berg)

Zitieren wir nun einen Großherzog, der sicherlich lobende Worte über Donnersmarcks ersten Film, die antikommunistische Schmonzette Das Leben der Anderen, gefunden hätte:

„Hitler hat das unwiderlegliche Verdienst, breite Schichten der Bevölkerung die sonst dem marxistischen oder kommunistischen Lager verfallen wären, in ein nationales Denken getrieben zu haben.“ (Friedrich Franz Großherzog von Mecklenburg-Schwerin)

Und wie sieht es mit Donnersmarcks Familie aus? Unterstützte sie „bestimmte Dinge“ denn wirklich nicht?

„Die Feinde des Nationalsozialismus sind auch unsere Feinde!“ (Georg Enoch Freiherr von und zu Guttenberg, Urgroßvater des aktuellen Verteidigungsministers, der wiederum Cousin des Superregisseurs Donnersmarck ist)

Es lassen sich noch Unmengen weiterer Zitate finden, die Donnersmarcks Geschichtsfälschung widerlegen, es ließe sich viel sagen gegen Donnersmarcks Widerständler, doch wir wollen stattdessen abschließend feststellen, worum es sich beim Adel überhaupt handelt: Um eine ehemals herrschende Klasse, die durch die Umwälzung der Produktionsverhältnisse überflüssig gemacht wurde – die damit aufhörte, als wirkliche Klasse zu existieren. Doch so, wie die Produktionsverhältnisse ab und an der Entwicklung der Produktivkräfte hinterhinken, so verhält es sich auch mit dem Überbau zu den Produktionsverhältnissen. Daher müssen vorerst Leute wie Donnersmarck und die ihnen eigene Idiotie, ihr Standesdünkel, ertragen werden, bis Produktivkräfte, Produktionsverhältnisse und Überbau im Großen und Ganzen, im Wesentlichen, trotz unvermeidbarer vorübergehender Widersprüche, wieder übereinstimmen werden (vgl. Stalin1). Ja, hier ist die Rede vom Sozialismus.

Was will Spartakus?

  1. „Die besondere Rolle der Sowjetmacht erklärt sich durch zwei Umstände: erstens dadurch, dass die Sowjetmacht nicht, wie das in früheren Revolutionen der Fall war, eine Form der Ausbeutung durch eine andere zu ersetzen, sondern jegliche Ausbeutung abzuschaffen hatte; zweitens dadurch, dass sie, da es im Lande keinerlei fertige Keime der sozialistischen Wirtschaft gab, die neuen, die sozialistischen Wirtschaftsformen sozusagen „aus dem Nichts heraus“ schaffen musste. Das ist zweifellos eine schwierige und komplizierte Aufgabe, für die es keine Präzedenzfälle gibt. Nichtsdestoweniger hat die Sowjetmacht diese Aufgabe in Ehren erfüllt. Aber sie hat sie erfüllt, nicht etwa deshalb, weil sie die bestehenden ökonomischen Gesetze umgestoßen und neue „aufgestellt“ hätte, sondern allein deshalb, weil sie sich auf das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte stützte. Die Produktivkräfte unseres Landes, besonders in der Industrie, hatten gesellschaftlichen Charakter, die Eigentumsform hingegen war privat, kapitalistisch. Gestützt auf das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte, vergesellschaftete die Sowjetmacht die Produktionsmittel, machte sie zum Eigentum des gesamten Volkes, beseitigte damit das Ausbeutungssystem und schuf die sozialistischen Wirtschaftsformen. Gäbe es dieses Gesetz nicht und hätte sich die Sowjetmacht nicht darauf gestützt, dann wäre sie nicht imstande gewesen, ihre Aufgabe zu erfüllen. Das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte drängt in den kapitalistischen Ländern seit langem zum Durchbruch. Wenn es noch nicht zum Durchbruch gekommen ist und noch keine freie Bahn hat, so deshalb, weil es auf den stärksten Widerstand der überlebten Kräfte der Gesellschaft stößt. Hier haben wir es mit einer anderen Besonderheit der ökonomischen Gesetze zu tun. Zum Unterschied von den Gesetzen der Naturwissenschaft, in der die Entdeckung und Anwendung eines neuen Gesetzes mehr oder weniger reibungslos vor sich geht, stößt auf ökonomischem Gebiet die Entdeckung und Anwendung eines neuen Gesetzes, das die Interessen der überlebten Kräfte der Gesellschaft beeinträchtigt, auf den stärksten Widerstand dieser Kräfte. Folglich ist eine Kraft, eine gesellschaftliche Kraft notwendig, die fähig ist, diesen Widerstand zu überwinden. Eine solche Kraft fand sich in unserem Lande im Bündnis der Arbeiterklasse mit der Bauernschaft, die die überwältigende Mehrheit der Gesellschaft darstellen. Eine solche Kraft hat sich noch nicht in anderen, kapitalistischen Ländern gefunden. Darin liegt das Geheimnis dessen, dass es der Sowjetmacht gelang, die alten Kräfte der Gesellschaft zu zerschlagen, und dass das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte bei uns völlig freie Bahn erhielt.“

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[Eintrag stark überarbeitet am 20.12.]

Sowas kommt von sowas

Die gewählten Formulierungen können so einfach und frei von allen mots d‘emprunt oder Termini sein, wie es überhaupt nur möglich ist, Verständnis darf nicht erwartet werden. Hat man zehn Leser beisammen, die nicht nur lesen, sondern auch begreifen können, so ist bereits überraschend viel erreicht. Für diese zehn darf man sich dann auch Mühe geben. Für den Rest, die deutschen Massen, die immer mitreden wollen, erst recht, wenn sie nicht wissen, worum es geht, ist der Autor nicht verantwortlich, ihr sowohl geistiges als auch materielles Elend ist von ihnen selbst gewollt. Gibt man denen von ihnen, die Die Linke wählen, eine Ausgabe von Mein Kampf zu lesen und sagt ihnen, das sei das neue Programm ihrer Partei, so werden sie allerhöchstens Einzelheiten debattieren wollen. Wissen sie aber, wer das Buch geschrieben hat, so werden sie furchtbar empört sein, weil sie von Nationalsozialismus offiziell so wenig wie von „Fremdarbeitern“ (Lafontaine) halten. Jubelt man den Wählern der NPD wiederum das Programm der Linkspartei als verlorene Schrift Adolf Hitlers unter, so werden sie hoch erfreut reagieren. Gemeinsam halten sie Lenin und Stalin für Verbrecher.
Wenn nun die Regierung dieser Leute ankündigt, die Hartz IV-Sätze nur um popelige fünf Euro zu erhöhen, nachdem davor ausschließlich höhere Beträge im Gespräch waren, demonstrieren sie mit um Mitleid heischenden Parolen wie etwa „Wir kämpfen um unsre Zukunft“, die auf Papierrollen stehen, die – wie putzig! – von Grundschülern getragen werden, und fragen sich, was falsch gelaufen ist. Nichts ist falsch gelaufen, so gar nichts. Wer unbedingt Ausbeutung will, soll seine Fresse halten, wenn er sie auch kriegt. Wer sich ohnehin nicht von der Diktatur des Kapitals befreien will, der soll nicht dumm jammern, wenn er sie auch zu spüren kriegt. Sollen sie doch obdachlos werden und im Park erfrieren, sollen sie sich doch bis dahin mit drei Jobs und schweren Gesundheitsschäden plagen, sollen sie doch am Ende im nächsten Weltkrieg an der Front im Kugelhagel fallen. Das ist dann genau das, was sie sich ausgesucht haben. Es wurde ihnen oft genug gesagt: Sozialismus oder Barbarei. Sie entschieden sich für die Barbarei, sie bekamen die Barbarei. Jetzt gibt es keine Ausreden der Art mehr, man habe von nichts gewußt, man habe das ja nicht absehen können. Diese Ausflüchte waren immer schon gelogen. Ratten verlassen sinkende Schiffe, Deutsche bleiben treu auch im Untergang. Wenn sie wenigstens das Maul halten könnten während sie absaufen, wäre denen, die nicht auf der Seite des barbarischen Kapitalismus stehen, immerhin ein wenig geholfen.

bismarck

Sehnsucht nach WBM

Gut, nur weil ein Idiot A sagt, muß man nicht B sagen, aber Komasaufen hätte den Jugendlichen sicher besser getan, als sich ihre Zukunft mit diesem erbärmlichen Video zu verbauen. Die können doch nicht mehr vor die Tür gehen, ohne ausgelacht zu werden. Wieso schützt eigentlich niemand die armen Kindern vor unterirdisch rappenden Sozialarbeitern? Weil der Verband der privaten Krankenversicherungen lieber Geld sparen will und dabei, Hand in Hand mit Klaus Wowereit und Mechthild Dyckmans, zynische, sich am Elend labende Aasgeier, die die Schirmherrschaft für dieses Ekelprojekt übernommen haben und wahrscheinlich dafür gut bezahlt werden, daß sie ihre Visagen präsentieren, vor keinem Mißbrauch zurückschreckt.