Archiv der Kategorie 'Totale Begriffslosigkeit'

Die Zuständigen

„Gegen die verfassungsfeindliche NPD und ihr terroristisches Umfeld hilft nur das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger, die friedlich zeigen, daß sie die Nazis weder in Dresden noch in einer anderen Stadt dulden wollen. Ich werde mich in Dresden an den friedlichen Blockaden gegen Nazis beteiligen. Ich bin dabei und weiß, daß viele Mitglieder meiner Partei und auch der anderen demokratischen Parteien in Dresden dabei sind. Ich habe die Kanzlerin gefragt, ob sie sich an der Demonstration in Dresden beteiligt. Eine Antwort steht noch aus. Ich will daran erinnern, daß am 8. November 1992 über 350000 Menschen in Berlin gegen fremdenfeindliche Gewalt auf die Straße gingen. Dabei waren: Richard von Weizsäcker, Rita Süssmuth, Helmut Kohl, mehrere Bundesminister, alle Regierungschefs der Länder – nur die CSU hatte sich verweigert. Es ist an der Zeit, daß wieder einmal die Zuständigen Zivilcourage zeigen.“ (Gesine Lötzsch)

Wieso eigentlich? Nichts wäre gewonnen, wenn ein weiteres Mal das antifaschistische Selbstbild Deutschlands bestätigt werden würde. Niemand wäre sicherer vor mordenden Nazis und abschiebenden Behörden, vor drohender und realisierter Verarmung, vor geführten und noch zu führenden Kriegen. Im Gegenteil, die Morde und Abschiebungen, Entlassungen und Lohnkürzungen, Bombardierungen und Erschießungen würden bloß begleitet vom freundlich und verständnisvoll lächelnden Bundesmob, der seine Hände in Unschuld wüsche. Das kann nur einfordern, wer insgeheim bereits auf der Seite der Mörder und Ausbeuter, also der herrschenden Klasse steht, nämlich der Sozialdemokrat, das vermutlich verlogenste, niederste Subjekt, das der Klassenkampf je kannte. Insofern war die Schelte, die Lötzsch einstecken musste, als sie Interesse an nicht näher benannten Wegen zum Kommunismus heuchelte, völlig unberechtigt und ähnlich absurd, wie der an die NSDAP gerichtete Vorwurf Steinbachs, es habe sich bei jener um eine die Arbeiterklasse vertretende, den Sozialismus anstrebende Partei gehandelt, wo doch bekanntlich dem Monopolkapital im bzw. vom Dritten Reich beste Bedingungen geschaffen wurden. All diese Verwirrspiele, Begriffsverdrehungen und dreisten Lügen dienen schlußendlich aber einem einzigen Zweck: Die wirklich Zuständigen, die Beherrschten und Ausgebeuteten sollen nicht von ihrer Zuständigkeit erfahren, das Proletariat soll kein Klassenbewußtsein entwickeln und abgetrennt bleiben von seiner revolutionären Avantgarde, der Kommunistischen Partei. Schön ist es zu sehen, wenn, wie gegenwärtig in Griechenland, das Erreichen dieses Zwecks massiv behindert wird.

Claus Peymann redet Unsinn und geht mir auf die Nerven

„Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist vernünftig.“1 (G.W.F. Hegel2)

„Daß sich die Theoriebildung des wissenschaftlichen Sozialismus oft und an entscheidenden Punkten in groß angelegten Polemiken vollzog, hängt aufs engste damit zusammen, daß Theorie hier eben nicht einfach Erkenntnis um der Erkenntnis willen, sondern Handlungsdirektive ist.“ (H.H. Holz3)

Die öde Juli Zeh sieht sich in „einer leistungsorientierten Welt“, wo es sich doch, wie LW unlängst bemerkte, bei der sogenannten Leistungsgesellschaft um eine dreiste Lüge der Zombiepropaganda handelt. Leistung wird nicht gefördert und bewundert, sondern be- und verhindert, geleugnet, versteckt, beschimpft, beneidet, bekämpft. Deswegen ist es möglich, daß einer wie Hans Heinz Holz beinahe unbemerkt sterben kann, während jemand wie Christa Wolf Anerkennung erhält für ihren Niedergang bis zur Kollaborateurin des westdeutschen Imperialismus, während elende Schwätzer wie Peter Sloterdijk und Jürgen Habermas mit bedeutenden Denkern verwechselt werden, während Rolf Hochhuth als ernstzunehmender Dramatiker gilt und Claus Peymann für Kunstbeschädigung und Schändung des Berliner Ensembles nicht eingesperrt oder verjagt, sondern bezahlt wird. Das ehemalige Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) heißt jetzt „neues deutschland“ und druckt Peymanns Selbstentblößungen. Im Folgenden werden einige der dämlichsten dokumentiert und in Stichworten kommentiert, zur Aufbewahrung und als Vorarbeit für spätere revolutionäre Verwendungszwecke.

„Zur Geburtsstunde der russischen Revolution – nicht erst unter Stalin, schon unter Lenin – gehörte der Terror, gehörte die Diktatur einer Kaderpartei. Im Westen sahen wir schaudernd die Moskauhörigkeit des Ostens. Und bereits die Französische Revolution lehrte, dass die ersehnten Umstürzler von heute die Diktatoren von morgen sind.“

Antikommunismus von links. Anarchistische Lobpreisung des Imperialismus. Allgemeine Herrschafts-, mithin Gesellschaftsfeindlichkeit.

„Der – hoffentlich nur zeitweilige – Ausfall der sozialistischen Utopie jedenfalls macht allen, die eine bessere Welt wollen, arg zu schaffen.“

Sagt einer, der „[u]m Himmels Willen!“ kein Marxist sein möchte. Typische Feigenblattäußerung zur Verhinderung der Denunziation und Behandlung als stinknormal reaktionär. Selbstverständlich leichter durchschaubar als frisch geputzte Fensterscheiben.

„Früher hieß es, nur die Idioten gehen zum Militär, längst scheinen auch in die Politik einzig nur die Idioten hineinzustapfen. Das kann nicht endlos gutgehen.“

Das kann wirklich nicht gutgehen, wo die Idioten doch auch ins Theater marschiert sind.

„Ein wirtschaftlicher Zusammenbruch, gepaart mit vollständiger Inkompetenz der Verantwortlichen, das vermag ein friedliches Westeuropa sehr schnell in ein Pulverfass zu verwandeln.“

Heuchlerisches Herbeifürchten des ersehnten feuchten Traums aller Anarchofaschisten. Apokalypse als Utopieersatz.

„Jede Revolution muss das Alte vernichten, das Privilegierte, die ungerechte Verteilung. Aber sie zerstört damit stets auch Kultur, Erhabenheit, Ästhetik, das Schöne. Proletarische Grobheit war in der Geschichte des 20. Jahrhunderts nicht zu vermeiden, aber sie beflügelte Intelligenzfeindlichkeit, Rohheit gegenüber der Poesie und einen kulturlosen Pragmatismus. Da liegt eine schreckliche Dialektik vor, die vielleicht nie zu einer Lösung kommen kann.“

Undialektisches, fortschrittsfeindliches Geraune. Unverständnis wichtigster Begriffe wie etwa Aufhebung, Dialektik, Revolution usw.

„Wir sind Gebrochene.“

„Ich geh mit keinem dieser Polit-Kasper an irgendein Büffet. Ich streite mich und bin mit allen verfeindet.“

„Ich bin stolz, Linker zu sein. Links ist da, wo das Herz schlägt – und weh tut.“

Identitäres, selbstgefälliges, armseliges Geflenne eines Intendanten-Kaspers mit Faible für Lafontaines Wort“witz“. Läßt all die an seiner Hirngeringschätzung leiden, die sich mit seinem Weltschmerz befassen.

Kleiner Zusatz: Der Tibet-Kasper Dalai Lama hält sich selber zwar nicht für einen Leninisten, aber im Gegensatz zum gleich blöden Peymann “as far as socio-political beliefs are concerned, I consider myself a Marxist”.

Zusammenfassung: Alles steht mal wieder Kopf. Solange jedenfalls, bis die sozialistischen Kräfte sich ausreichend reorganisiert haben werden, um die notwendigen Richtigstellungen durchzuführen. Hans Heinz Holz hat dafür außerordentlich Nützliches hinterlassen. Vernünftige Menschen eignen sich das an, um’s weiterzuentwickeln und zu verwirklichen.

Kanonade von Valmy

  1. Heinrich Heine berichtete, daß Hegel über diesen Satz zu ihm sagte: „Es könnte auch heißen: Alles, was vernünftig ist, muß sein.“ [zurück]
  2. Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Grundlinien der Philosophie des Rechts [zurück]
  3. Hans Heinz Holz: Die Algebra der Revolution – Von Hegel zu Marx – Aufhebung und Verwirklichung der Philosophie I [zurück]

Arische Wissenschaft

„So ist das in der Wissenschaft. Jeder zieht seine eigenen Schlussfolgerungen.“ (Kristina Schröder)

Deutsches Kabarett: Georg Schrammstein

Vor vier Jahren fand Hans Mentz in der Titanic lobende Worte für Georg Schramm, denn „hier meinte es jemand ernst“. Mentz charakterisierte ihn dann 2009 „weniger als Komiker denn als kabarettistischen Volkstribun“, was ebenfalls positiv gemeint war. Doch hatten sich erste Zweifel eingeschlichen angesichts des „aus Krawattenträgern und Jack-Wolfskin-Fünfzigern“ bestehenden Publikums. Genau diese Art Leute war es auch, die sich eines vergleichsweise völlig irrelevanten Bahnhofumbaus wegen empört zum Demonstrieren begab und, nachdem sie ein wenig Staatsgewalt abgekriegt hatte, ohne daß daran irgendetwas Außergewöhnliches zu finden war, denn genau das passiert eben immer genau dann, wenn Bürger, ungeachtet ihrer sonstigen mitläuferischen Qualitäten, nicht so wollen wie die vom Kapital angeleitete Politik nebst ihren ausführenden Kräften den Skandal des Jahres 2010 kreierte. Selten wurde ein so langweiliges Thema so lange allerorten breitgetreten wie dieser schwäbische Kuhfladen. Angeblich reden selbst die Arbeiter an den Todesreaktoren in Fukushima während ihrer Mittagspause von nichts anderem – nicht Fukushima, Stuttgart ist überall. Georg Schramm ging es jedenfalls genauso wie dem Rest der Welt, Stuttgart 21 ließ ihn nicht mehr los, zweimal bereits musste er, denn er konnte nicht anders, aufgebracht, wie er immer war und weiterhin ist, zu einer der öden Montagsdemos, um als Lothar Dombrowski seine unendliche Wut zum Ausdruck zu bringen. Und das tat er. Doch damit nicht genug! Anstatt bloß die ohnehin überzeugten Stuttgarter Kleinbürger zu bepredigen, nahm Schramm „sich die CDU vor“. Im Freizeitpark in Rust zeterte er, diesmal gegen Lottogesellschaft und irgendwelche aktuellen sowie Ex-Minister. Er machte also das, was er immer tut, das, was jeder kennt, der ihn wenigstens einmal im ZDF gesehen hat, wo er zuletzt das dortige Kabarettprogramm moderierte, zusammen mit Urban Priol, den Bahnhofsmodernisierungen und stinknormale Kapitalbewegungen genauso aufregen wie seinen ehemaligen Kollegen, vor allem sobald sie in Stuttgart stattfinden und ihnen dank Unmengen erboster grün wählender Mittelständler genügend Applaus garantiert ist beim herrlich nonkonformen Schimpfen. Nach seinem Auftritt, der also nur für diejenigen ein „Eklat“ darstellen konnte, die auf Veranstaltungen gehen, von denen sie nichts wissen, und solchen Preise verleihen, die sie nicht kennen, war der anwesende Teil der herrschenden Klasse gehörig verstimmt und witterte in Gestalt von Roland Mack, unter anderem Bundesverdienstkreuzträger, nichts geringeres als „Klassenkampf“, worauf Schramm sich ein wenig hin und her wand, Fehler einräumte, einschränkte, aber dann doch nichts zurücknahm, womit er sich für eine späte Politikerkarriere qualifiziert haben dürfte. Mit Klassenkampf hat das alles natürlich nichts zu tun, was nicht zuletzt auch die Äußerungen seiner Fans beweisen:

„WEITER SO, GEORG SCHRAMM, die Nation braucht Dich!“

„Ich weiss warum ich IHN als Bundespräsident wollte.“

„Solche Mäuler braucht unser Land! Weiter so. Endlich wieder ein Kabarettist mit Format, Charakter und Rückgrat und keine lobbygeschleiften Gummipuppen!“

Usw. usf.

schramm 21

paeris

Eine weitere Folge der beliebten Serie „Deutsche Linke vorgeführt“

Heute: [pærɪs], ein Grüppchen Berliner mit trauriger Vergangenheit, ohne Zukunft

Man lasse die Comünist_Innen reden, sie zeigen sich dann ganz von selbst als die altbekannten Revisionistenarschlöcher, die sie bestenfalls sind. So fällt ihnen, wenn sie meinen, was zum Sozialismus sagen zu müssen, und das meinen sie andauernd, nur sowas ein:

„Das ist ganz sicher keine wünschenswerte Gesellschaft. Schon allein deshalb, weil eine Verstaatlichung der Produktion, so dass dann alle unter dem Kommando des Staates statt dem der verschiedenen Privateigentümer arbeiten, kein Schritt in Richtung einer emanzipatorischen Gesellschaft ist, sondern nur eine andere Form gesellschaftlicher Herrschaft. Insofern waren die realsozialistischen Länder auch nicht “auf halbem Wege” zu Kommunismus und haben auch keinen Schritt in die richtige Richtung unternommen.“

Die werfen der Diktatur des Proletariats allen Ernstes vor, die Diktatur des Proletariats zu sein. Na und? fragt der Kommunist achselzuckend und versteht ein weiteres Mal das anarchistische Idealistengekröse kein bißchen, was nun wirklich nicht sein Fehler ist. Da gibt es halt nichts zu verstehen, Pech für die Argumentanarchos, die ausgerechnet sich selbst berufen sehen, um aufzuklären, einige hundert Jahre zu spät und gedankenlos leider. Da bleibt nur noch, als „Kommunist“ doch sich etwas abzuheben von all den anderen, die man anstatt seiner selbst aufgeklärt wissen will, als bräuchte es keine Lichtquelle zur Erhellung, als würde die postgesellschaftliche Finsternis heller, wenn man nur oft genug „Argument einleuchten“ als fränkischen Zauberspruch ausspricht, als sollten Tote noch einmal lebendig gemacht statt erledigt zu werden, als würde agitatorisches Gelaber etwas nützen, wenn die Menschen abhanden gekommen sind, wenn von immerhin potentiellen Individuen nichts blieb als leblose Gefäße lebendiger Arbeitskraft. Dann werden zu Kronzeugen der Emanzipation solche antisemitischen Irre wie Solschenizyn, der einen der am längsten andauernden Anlässe für die Trauer um’s letzte Gulag darstellte, oder Isaac Deutscher, der Trotzkist, der sich ständig wiederholend nichts gegen Stalin vorzubringen wusste als dessen angebliche ständige Wiederholungen, oder halt die Kapitalistenarschbekriecher von der Jungen Linken. Balzac wusste:

„In Paris hat man eine gewisse Art, einen Menschen zu erledigen, indem man ihm sagt: Er hat ein gutes Herz. Dieser Satz bedeutet ebensoviel wie: Der arme Junge ist dumm wie ein Rhinozeros.“

Die Paeriser haben ein äußerst gutes Herz.

Der einzige Unterschied

„Karl-Theodor zu Guttenberg befindet sich eigentlich in guter Gesellschaft. Egal ob Goethe, Büchner, Heine, Brecht oder Thomas Mann – sie alle haben sich bei anderen bedient, ohne auch nur eine einzige Fußnote zu setzen. Mit dem Unterschied allerdings, dass sie dies als Künstler taten, nicht als Wissenschaftler.“ (dpa/Christoph Driessen/memo)

Gegen den Wahnsinn Esra Ayse Onus‘

„Wir können froh sein, dass es sowas wie den Deutschen Idealismus und vor allem die Weimarer Klassik, die die Deutsche Romantik kennzeichnet, gab.“ (Esra Ayse Onus)

Wie kann jemand nur so verwirrt sein und seine Konfusion derart frei von Selbstbewußtsein, doch voller Selbstvertrauen in den eigenen, nicht vorhandenen Geist entblößen?

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Dialektik der Aufklärung

„Sehen Sie sich den Widerstand gegen Hitler an – in dieser Gruppe gab es natürlich auch viele sogenannte Bürgerliche, aber eben doch überproportional viele Adlige. Und das hat nichts damit zu tun, dass Adlige per se anständig wären, sondern dass sie einfach wissen, wie sie geprägt wurden, welche Werte und Maßstäbe in ihren Familien seit Generationen gelten. Es gibt bestimmte Dinge, die niemand aus meiner Familie je tun oder unterstützen würde.“ (Florian Maria Georg Christian Graf Henckel von Donnersmarck, Antifaschist, denn Adel verpflichtet)

Die im Zeichen der Aufklärung vollbrachten Klassenkämpfe entzogen im Ergebnis dem Adel sein Privileg auf Herrschaft. Die bürgerliche Gesellschaft rutschte nach Donnersmarck mangels seit Generationen geltender Werte und Maßstäbe in den Faschismus ab, vor allem die Adligen waren nun dank des Bewußtseins ihrer Prägung bestimmt, Widerstand zu leisten. Für die Ehrenrettung des Adels ist sich Donnersmarck nicht zu schade bzw. tatsächlich blöd genug, Ursache (vgl. Dimitroff) und Bedingung des Faschismus (bürgerliche Gesellschaft) in eins zu setzen, um triumphierend den Adel als Austreiber der Geister hochleben zu lassen, die die „sogenannten Bürgerlichen“ gerufen hatten!

Wäre Donnersmarck nicht so kultiviert (Werte! Maßstäbe! Seit Generationen!), klänge er wohl so: „Scheiß Fortschritt, hast den Adel entmachtet und damit den Faschismus ermöglicht! Und wer musste Deinen Fehler wieder ausbügeln, na? Genau, die Adligen wieder! Wie bitte, was plärrt der sogenannte bürgerliche Pöbel jetzt von wegen Deutsche Adelsgesellschaft? Das war eine lupenreine Widerstandsorganisation, was denn sonst?“

Lassen wir den 1. Vorsitzenden der DAG zu Wort kommen, der die monarchistische Opposition zum völkisch orientierten Adel anführte und trotzdem solche Sachen sagte wie diese:

„Rasse und Adel sind ja verwandte Begriffe oder sollten es zumindest sein.“ (Friedrich Wilhelm Bernhard von Berg)

Zitieren wir nun einen Großherzog, der sicherlich lobende Worte über Donnersmarcks ersten Film, die antikommunistische Schmonzette Das Leben der Anderen, gefunden hätte:

„Hitler hat das unwiderlegliche Verdienst, breite Schichten der Bevölkerung die sonst dem marxistischen oder kommunistischen Lager verfallen wären, in ein nationales Denken getrieben zu haben.“ (Friedrich Franz Großherzog von Mecklenburg-Schwerin)

Und wie sieht es mit Donnersmarcks Familie aus? Unterstützte sie „bestimmte Dinge“ denn wirklich nicht?

„Die Feinde des Nationalsozialismus sind auch unsere Feinde!“ (Georg Enoch Freiherr von und zu Guttenberg, Urgroßvater des aktuellen Verteidigungsministers, der wiederum Cousin des Superregisseurs Donnersmarck ist)

Es lassen sich noch Unmengen weiterer Zitate finden, die Donnersmarcks Geschichtsfälschung widerlegen, es ließe sich viel sagen gegen Donnersmarcks Widerständler, doch wir wollen stattdessen abschließend feststellen, worum es sich beim Adel überhaupt handelt: Um eine ehemals herrschende Klasse, die durch die Umwälzung der Produktionsverhältnisse überflüssig gemacht wurde – die damit aufhörte, als wirkliche Klasse zu existieren. Doch so, wie die Produktionsverhältnisse ab und an der Entwicklung der Produktivkräfte hinterhinken, so verhält es sich auch mit dem Überbau zu den Produktionsverhältnissen. Daher müssen vorerst Leute wie Donnersmarck und die ihnen eigene Idiotie, ihr Standesdünkel, ertragen werden, bis Produktivkräfte, Produktionsverhältnisse und Überbau im Großen und Ganzen, im Wesentlichen, trotz unvermeidbarer vorübergehender Widersprüche, wieder übereinstimmen werden (vgl. Stalin1). Ja, hier ist die Rede vom Sozialismus.

Was will Spartakus?

  1. „Die besondere Rolle der Sowjetmacht erklärt sich durch zwei Umstände: erstens dadurch, dass die Sowjetmacht nicht, wie das in früheren Revolutionen der Fall war, eine Form der Ausbeutung durch eine andere zu ersetzen, sondern jegliche Ausbeutung abzuschaffen hatte; zweitens dadurch, dass sie, da es im Lande keinerlei fertige Keime der sozialistischen Wirtschaft gab, die neuen, die sozialistischen Wirtschaftsformen sozusagen „aus dem Nichts heraus“ schaffen musste. Das ist zweifellos eine schwierige und komplizierte Aufgabe, für die es keine Präzedenzfälle gibt. Nichtsdestoweniger hat die Sowjetmacht diese Aufgabe in Ehren erfüllt. Aber sie hat sie erfüllt, nicht etwa deshalb, weil sie die bestehenden ökonomischen Gesetze umgestoßen und neue „aufgestellt“ hätte, sondern allein deshalb, weil sie sich auf das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte stützte. Die Produktivkräfte unseres Landes, besonders in der Industrie, hatten gesellschaftlichen Charakter, die Eigentumsform hingegen war privat, kapitalistisch. Gestützt auf das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte, vergesellschaftete die Sowjetmacht die Produktionsmittel, machte sie zum Eigentum des gesamten Volkes, beseitigte damit das Ausbeutungssystem und schuf die sozialistischen Wirtschaftsformen. Gäbe es dieses Gesetz nicht und hätte sich die Sowjetmacht nicht darauf gestützt, dann wäre sie nicht imstande gewesen, ihre Aufgabe zu erfüllen. Das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte drängt in den kapitalistischen Ländern seit langem zum Durchbruch. Wenn es noch nicht zum Durchbruch gekommen ist und noch keine freie Bahn hat, so deshalb, weil es auf den stärksten Widerstand der überlebten Kräfte der Gesellschaft stößt. Hier haben wir es mit einer anderen Besonderheit der ökonomischen Gesetze zu tun. Zum Unterschied von den Gesetzen der Naturwissenschaft, in der die Entdeckung und Anwendung eines neuen Gesetzes mehr oder weniger reibungslos vor sich geht, stößt auf ökonomischem Gebiet die Entdeckung und Anwendung eines neuen Gesetzes, das die Interessen der überlebten Kräfte der Gesellschaft beeinträchtigt, auf den stärksten Widerstand dieser Kräfte. Folglich ist eine Kraft, eine gesellschaftliche Kraft notwendig, die fähig ist, diesen Widerstand zu überwinden. Eine solche Kraft fand sich in unserem Lande im Bündnis der Arbeiterklasse mit der Bauernschaft, die die überwältigende Mehrheit der Gesellschaft darstellen. Eine solche Kraft hat sich noch nicht in anderen, kapitalistischen Ländern gefunden. Darin liegt das Geheimnis dessen, dass es der Sowjetmacht gelang, die alten Kräfte der Gesellschaft zu zerschlagen, und dass das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte bei uns völlig freie Bahn erhielt.“

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[Eintrag stark überarbeitet am 20.12.]

Nebenbei VII

„Lediglich 1/3 aller Juden weltweit lebt in Israel, die meisten anderen führen ein ganz normales Leben in anderen Staaten dieser Welt, ohne in irgendeiner Weise bedrohter zu sein, als die in Israel lebenden Juden.“ (Jane, Israelkritikerin, was auch sonst?)

Mal vorausgesetzt, die angeführten Behauptungen seien richtig: Wie bekloppt muß man sein, keinen Zusammenhang zwischen der Existenz eines gut bewaffneten jüdischen Staates und einem „ganz normalen Leben“ der nicht in Israel lebenden Juden erkennen zu können? Sehr? Extrem? Außerordentlich?

„Wer hingegen die Menschen in Israel schützen will, der sollte sie vor allem vor sich selbst schützen und für eine 2-Staaten-Lösung kämpfen, die es längst hätte geben können. Erst, wenn die völkerrechtswidrige und menschenverachtende Besatzungspolitik endet und ein lebensfähiger freier Palästinenserstaat entstanden ist, werden die Menschen in Israel sicher sein.“

Bis zu ihrer Entmündigung sollen sie sich eben umbringen lassen, diese frechen Juden, die dreist darauf beharren, in Israel zu bleiben, da kennt eine echte deutsche Linke keine Gnade. Zudem ist sie echt top marxistisch geschult und erkennt daher sofort die einzige „2-Klassen-Gesellschaft“ der Welt, wenn sie sie sieht. Man erinnert sich: Die Klassengesellschaft, das war doch auch so ’ne jüdisch-bolschewistische Erfindung im Dienste der kapitalistisch-kommunistischen Weltverschwörung dieser eigenartigen, unverschämten Mischrasse…

PS: Trotz linker Antisemiten ist Israelsolidarität leider auch bescheuert. Pech gehabt, werte Anti- und bald dann doch Prodeutsch-Deppen.

Wenn Du glaubst, das geht nicht mehr, kommt sofort ein noch Dümmerer daher

Während die deutschen Liberalen, deren traditionelle Nähe zum Nationalsozialismus ausreichend bekannt sein sollte, jedem Bürger per PID die Freiheit lassen wollen, selbst zu entscheiden, welches Leben unwert ist, finden die deutschen Konservativen, damit Moslems garantiert nicht dazugehören können, einen Staat ohne christlichen Anstrich tatsächlich zu „wolkig“. Der vom Weltgeist Erfüllte lacht und wartet auf die nächsten Blamagen des in jeder Hinsicht bescheuerten Politikerpacks. Schön wäre etwa:

EUGENIK IST BEHINDERT

manfred weber